Das anhaltende Niedrigwasser des Rheins stellt die hessische Wasserschutzpolizei vor immense Herausforderungen. Innenminister Roman Poseck (CDU) erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Gerade jetzt wird deutlich, wie eng Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaft an unseren Flüssen zusammenhängen.“ Sinkende Pegelstände führten zu realen Gefahren wie veränderten Strömungen, freigelegter Munition aus dem Zweiten Weltkrieg und Schiffen, die auf Untiefen geraten.
Badetote und Badegefahren
Im Jahr 2025 gab es in Hessen bereits 19 Badetote, und auch 2026 sind mehrere Todesfälle zu verzeichnen. Die Wasserschutzpolizei appelliert eindringlich, Badeverbote zu beachten, auf Alkohol und Drogen vor dem Schwimmen zu verzichten, Kinder nie unbeaufsichtigt zu lassen und nicht von Brücken oder Stegen zu springen. Bei Niedrigwasser können sich Strömungen verlagern und die Fahrrinne der Schiffe rückt gefährlich nah ans Ufer.
Kriegsrelikte tauchen auf
Sinkende Wasserstände legen immer wieder Munition und Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg frei, da viele Gewässer damals zur Entsorgung genutzt wurden. Der Kampfmittelräumdienst warnt vor Berührungen: Die Kampfmittel seien durch jahrzehntelange Witterungseinflüsse unberechenbar. Bei Funden ist der Notruf 110 zu wählen. Dann rücken Kampfmittelräumer und die Wasserschutzpolizei aus.
Schiffe stranden auf Untiefen
Anders als der staugeregelte Main mit seinen Schleusen führt der frei fließende hessische Rheinabschnitt bei Niedrigwasser immer wieder zu strandenden Schiffen. So etwa am 8. Juli, als sich ein 105 Meter langes Gütermotorschiff bei Assmannshausen auf einer Untiefe festfuhr. Am 11. Juli ereilte ein 85 Meter langes Frachtschiff bei Lorch dasselbe Schicksal. Ein anderes Schiff schleppte es frei.
Personal und Zuständigkeit
Die hessische Wasserschutzpolizei, die 2025 ihr 75-jähriges Bestehen feierte, zählt rund 130 Beamte für gut 525 Kilometer schiffbare Flüsse und Seen. Prognosen der zuständigen Bundesbehörde sagen zwar in den kommenden Tagen leicht steigende Wasserstände voraus, die jedoch danach wieder sinken dürften.



