Die Fährverbindung nach Hermannswerder fällt für drei Monate aus. Die Fähre F1 zwischen Auf dem Kiewitt und der Anlegestelle Hermannswerder ist ab dem 29. Juli bis voraussichtlich Ende Oktober außer Betrieb. Grund sei die planmäßige Schiffsuntersuchung, die alle fünf Jahre stattfinde, teilte der Verkehrsbetrieb ViP mit.
Gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung
Die Untersuchung sei gesetzlich vorgeschrieben und werde mit geplanten Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten verbunden. Der ViP verweist auf die Binnenschiffsuntersuchungsordnung (BinSchUO). Dabei würden durch einen unabhängigen Gutachter beispielsweise die Dicke der Bodenplatte und die Seilanlage überprüft. Für die Arbeiten sei es erforderlich, dass das Schiff aus dem Wasser genommen wird und in einer trockenen Werft steht. Die Untersuchung erfolge bei der Werft Malz GmbH in Oranienburg.
Alternativen für Fahrgäste
Fahrgäste werden gebeten, während der Unterbrechung ab Potsdam-West ersatzweise die Tram 91 und die Buslinien 605 und 631 bis Hauptbahnhof und von da den Bus 694 nach Hermannswerder zu nutzen.
Normalerweise fährt die Fähre, auf der auch Fahrräder mitgenommen werden können, täglich zwischen 7 und 18.30 Uhr im 15- oder 30-Minuten-Takt. Die Überfahrt dauert drei Minuten.
Wiederholte Ausfälle in der Vergangenheit
In den vergangenen Jahren musste der Betrieb der einzigen Potsdamer Fähre mehrfach vorübergehend eingestellt werden. Zu Beginn des vergangenen Jahres musste das Seil der elektrisch betriebenen Fähre ausgetauscht werden. Zudem kam es durch technische Defekte sowie die Erkrankung des Fährmannes zu Ausfällen. Dem ViP fehlt Personal.
Im Juni 2025 hatte sich ein Motorboot mit nicht eingeholtem Anker in dem unter Wasser liegenden Führungsseil der Fähre verfangen. Dabei wurde die Antriebsmechanik für das Seil am Ufer beschädigt.
Anfang Januar dieses Jahres wurde der Betrieb wegen Eisbildung auf der Havel zeitweilig eingestellt. Anfang Februar war der Fährbetrieb vom Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr betroffen. Bereits vor zwei Jahren war die Fähre großflächig mit Farbe besprüht worden.
Diskussion um Zukunft der Fähre
Wiederholt wurde in der Stadtpolitik der Ersatz der Fähre durch ein Solarboot diskutiert. Auch der Bau einer Brücke stand zur Diskussion. Für beide Optionen fehlte bislang eine Finanzierung. Laut einer Studie weist die Linie durchschnittliche Ausfallzeiten von 10 Prozent auf und verursacht 125.000 Euro Betriebskosten pro Jahr. Die Betriebserlaubnis der Seilfähre läuft laut dieser Studie Ende 2027 aus.



