Ein Sommertag in Kalifornien. Pili und Louis, beide sportlich und klettererfahren, packen ihren Säugling in die Kraxe und brechen zu einer Wanderung auf. Ihr Jack Russell Terrier ist auch dabei. Arroyo Seco Trail, keine allzu schwierige Tour. Doch die Sonne knallt vom Himmel, es gibt keinen Schatten. Bei aller Fitness, bei aller Erfahrung haben sie offenbar genau das unterschätzt. Ein paar Grad mehr genügen, um den menschlichen Kreislauf zusammenbrechen zu lassen.
Persönliche und globale Katastrophen
In T.C. Boyles neuem Erzählungsband „Das Ende ist nur ein Anfang“ überlagern sich persönliche und globale Katastrophen mal wieder äußerst unsanft. Die Geschichten zeigen eine Welt, in der die Klimakrise allgegenwärtig ist und die politischen Verhältnisse absurd erscheinen. In einer der Erzählungen ist Donald Trump im Jahr 2036 noch immer Präsident der Vereinigten Staaten.
Resozialisierungslager und irre Milliardäre
Neben der bedrückenden Geschichte der jungen Familie finden sich in dem Band auch Erzählungen über Resozialisierungslager und irre Milliardäre. Boyle zeichnet ein düsteres Bild einer Gesellschaft, die von Extremen geprägt ist. Die Figuren kämpfen mit den Folgen ihrer eigenen Entscheidungen und den unerbittlichen Naturgewalten.
Meike Feßmann, die Rezensentin des Tagesspiegel, lobt den Band als „großartig“. Sie hebt hervor, wie Boyle es schafft, die Leser mit seiner präzisen Sprache und den intensiven Schilderungen in den Bann zu ziehen. Die Geschichten seien „unsanft“ und ließen einen nicht los.
Ein Meister der Kurzgeschichte
T.C. Boyle, geboren 1948, ist bekannt für seine vielseitigen Romane und Kurzgeschichten. Mit „Das Ende ist nur ein Anfang“ beweist er erneut sein Können als Meister der kurzen Form. Die Sammlung umfasst mehrere Erzählungen, die alle um die Themen Klimawandel, politische Extreme und menschliche Abgründe kreisen.
Der Band ist im Verlag Hanser erschienen und umfasst 304 Seiten. Er kostet 26 Euro. Leser, die sich für Boyles Werk interessieren, finden hier eine lohnende Lektüre, die zum Nachdenken anregt und gleichzeitig unterhält.
Die Rezension von Meike Feßmann erschien ursprünglich im Tagesspiegel. Sie schreibt: „Boyles neue Erzählungen sind ein eindringliches Zeugnis unserer Zeit. Sie zeigen, wie persönliche Schicksale mit den großen politischen und ökologischen Krisen verwoben sind.“



