Bei einem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen platzte vergangene Woche ein Fenster. Der serbische Passagier Ljubiša Karović saß auf dem Fensterplatz und wurde teilweise aus der Maschine gesogen. Seine Frau Svetlana Grković hielt ihn fest, bis andere Passagiere halfen. Nun spricht sie über die dramatischen Minuten.
Passagier schwebt in Lebensgefahr
Ein ohrenbetäubender Knall erschreckte die Passagiere, als das Fenster plötzlich platzte. Karović wurde durch das Loch gesogen und schwebte minutenlang in Lebensgefahr. Seine Frau griff sofort nach seinen Beinen und hielt ihn fest. „Ich reagierte sofort und packte seine Beine. Ich dachte: 'Wenn wir sterben, sterben wir zusammen.' Es war furchtbar“, sagte sie dem serbischen Nachrichtenportal Nova.
Gemeinsame Rettungsaktion
Etwa fünf Minuten hielt Grković ihren Mann fest, bevor weitere Passagiere halfen, ihn zurück in die Kabine zu ziehen. „Es kamen einige Leute, um mir zu helfen. Ich erinnere mich an einen Mann und eine Frau“, fügt sie hinzu. „Dieser Mann hat mir und Ljubiša sehr geholfen.“ Ein Augenzeuge berichtete, dass Karović mit Kopf und Schultern aus dem zerbrochenen Fenster ragte. Glücklicherweise hatte er seinen Sicherheitsgurt nicht gelöst, sonst hätte der Vorfall tödlich enden können.
Verletzungen und Bewusstlosigkeit
Grković berichtete, dass ihr Mann während des Vorfalls mehrmals das Bewusstsein verlor. Er befindet sich noch im Krankenhaus und kann sich an viele Details nicht erinnern. Er erlitt Verletzungen an der Hand und mehrere Verbrennungen.
Ursache noch unklar
Warum das Fenster platzte, wird noch ermittelt. Grković vermutet, dass ein Teil der Turbine abbrach und gegen das Fenster schlug. Ein Video zeigt eine fehlende Turbinenschaufel, herausgebrochene Teile und Löcher im Gehäuse. Der Pilot und Luftfahrtexperte Mirko Miesen erklärte gegenüber RTL/ntv: „Es kann sein, dass durch Vogelschlag oder Drohnen etwas ins Triebwerk fliegt, was die Schaufeln kaputt macht. Wenn die dann durch die Gegend fliegen, kann es passieren, dass Teile das Flugzeug treffen.“ Ryanair hat dies bisher nicht bestätigt. Die Untersuchungen dauern an.



