Ab Montag beteiligt sich die Brandenburger Polizei an der bundesweiten Speedweek und kontrolliert verstärkt das Tempo auf den Straßen. Wie eine Sprecherin der Polizei ankündigte, geht es dabei sowohl um überhöhte Geschwindigkeit als auch um aggressives Fahrverhalten wie Drängeln oder zu dichtes Auffahren. Die Kontrollen erfolgen den Angaben zufolge nicht nur auf Autobahnen, sondern ausdrücklich auch in ländlichen Regionen.
„Wir werden unsere Geschwindigkeitsmessgeräte nicht nur auf Bundesautobahnen aufstellen, sondern uns auf die ländlichen Bereiche, insbesondere Alleen, konzentrieren“, sagte Peggy Baier, Leiterin der Verkehrspolizei in der Polizeidirektion West. Damit richtet sich der Blick der Beamten auf Strecken, die für ihre besonderen Gefahren bekannt sind: Alleen mit alten Bäumen und engen Fahrbahnen verzeihen Fehler kaum.
Was ist die Speedweek?
Die Speedweek ist eine vom europäischen Polizeinetzwerk Roadpol abgestimmte Aktion. Zweimal im Jahr – im April und im August – führen die teilnehmenden Polizeibehörden in mehreren Ländern zeitgleich verstärkte Geschwindigkeitskontrollen durch. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, indem die Einhaltung der Tempolimits konsequent überwacht wird.
Die Brandenburger Polizei nutzt die Aktionswoche traditionell für eine Mischung aus sichtbaren und unsichtbaren Kontrollstellen. Neben stationären Messgeräten kommen auch mobile Einheiten zum Einsatz, die flexibel auf besondere Gefahrenpunkte reagieren können.
Aggressives Fahren nimmt zu
Die Polizistin berichtete von Beobachtungen aus dem Videowagen, mit denen die Beamten den Verkehr im Blick behalten. „Rechts überholen, Drängeln, Lichthupe und Geschwindigkeiten jenseits von 220 Kilometer pro Stunde in beschränkten Bereichen werden fast täglich festgestellt und geahndet“, so Baier. Diese Verhaltensweisen seien keineswegs auf Autobahnen beschränkt, sondern zeigten sich zunehmend auch auf Landstraßen.
Aggressives Fahren ist nach Einschätzung der Polizei nicht nur eine Frage der Ordnungswidrigkeit, sondern auch eine ernste Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Zu dichtes Auffahren und riskante Überholmanöver führen immer wieder zu schweren Unfällen, bei denen die Polizei besonders aufmerksam hinschaut.
Kontrollen auf Autobahnen und Landstraßen
Die Schwerpunktsetzung auf Alleen und ländliche Bereiche ist eine Reaktion auf die örtliche Unfalllage. In Brandenburg gehören Landstraßen seit Jahren zu den Unfallschwerpunkten. Gerade auf den häufig schmalen Alleen mit unübersichtlichen Kurven ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit oft schnell überschritten – mit teils fatalen Folgen.
Die Polizei kündigte an, während der Speedweek sowohl stationäre als auch mobile Messgeräte einzusetzen. Zusätzlich werden Videowagen eingesetzt, um das Verhalten im fließenden Verkehr zu beobachten und Verstöße zu dokumentieren.
Höchste Zeit für Rücksicht
Die Aktionswoche soll auch das Bewusstsein der Autofahrer schärfen. Denn überhöhte Geschwindigkeit ist in Deutschland nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen. Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit respektiert, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere.
Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, die Tempolimits einzuhalten und einen ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu wahren. Wer während der Speedweek geblitzt wird, muss mit empfindlichen Bußgeldern und möglicherweise einem Fahrverbot rechnen.
Die Kontrollen laufen ab Montag und können je nach Einsatzlage auch kurzfristig auf weitere Strecken ausgeweitet werden. Die Beamten bleiben in der gesamten Woche präsent – auf Autobahnen, Landstraßen und in Ortschaften.



