Neuer Waisentunnel soll U-Bahn-Betrieb in Berlin stabilisieren
Waisentunnel: BVG startet Neubau für stabileren Betrieb

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben den symbolischen Startschuss für den Neubau des sogenannten Waisentunnels gegeben. Der Tunnel, der unter der Spree verläuft, soll nach seiner Fertigstellung in vier Jahren die Linie U5 mit dem restlichen U-Bahnnetz verbinden und die Stabilität im Betrieb verbessern, wie die BVG mitteilte. Für den Fahrgastverkehr ist der Tunnel hingegen nicht vorgesehen.

Flexiblere Werkstattanbindung für Großprofillinien

Der Neubau soll es ermöglichen, dass Züge der Großprofillinien U5 bis U9 flexibel über die Schiene in die Werkstätten im Osten und Westen Berlins fahren können. Bisher mussten die Fahrzeuge oft aufwendig per Großtransport auf der Straße durch die Stadt gefahren werden. Ein Werkstattbesuch, der normalerweise in maximal zwei Tagen abgehakt sei, dauere dadurch oft rund zwei Wochen, sagte BVG-Chef Henrik Falk beim symbolischen Baustart. „Das ist weit weg von effizient und hat natürlich eine riesige Auswirkung auf die Stabilität des gesamten Netzes.“

Bedeutung für die Netzstabilität

Die Züge der U5 können der BVG zufolge nur über diesen Tunnel auf dem Schienenweg in die Werkstätten im Westen gelangen, etwa für die Hauptuntersuchung, die ausschließlich dort möglich ist. Umgekehrt seien die Züge der anderen Großprofillinien auf den Tunnel angewiesen, wenn sie aus Kapazitätsgründen in die Werkstatt nach Friedrichsfelde gebracht werden sollen. Der alte Waisentunnel besteht seit mehr als 100 Jahren und verläuft vom Alexanderplatz unter der Littenstraße und der Spree hindurch bis zum U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Aus Sicherheitsgründen ist er seit acht Jahren geschlossen.

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Komplexe Bauarbeiten unter der Spree

Das alte Tunnelwerk soll nun abgerissen und eine neue Röhre gebaut werden. Die Arbeiten gelten als komplex, da sie unter der Spree verlaufen. Der Schifffahrtsverkehr auf der Spree soll während der Bauarbeiten weiterlaufen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf insgesamt 100 Millionen Euro. Der tatsächliche Baustart dürfte noch einige Wochen dauern, da das Vergabeverfahren voraussichtlich erst in den nächsten Tagen abgeschlossen werde, sagte der Geschäftsführer der BVG-Projekt-Gesellschaft, Dennis Backwinkel.

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