Modernes Wohnhaus „Weitblick“ in Malchin: Millionen-Investition, aber viele Wohnungen leer
Die Malchiner Wohnungsgesellschaft (Wogema) hat mit der Sanierung des Wohnhauses „Weitblick“ am Zachow eine ihrer bisher größten Investitionen getätigt. Insgesamt flossen über 7,2 Millionen Euro in die Modernisierung des Gebäudes am Stadtrand von Malchin, das im Herbst des vergangenen Jahres nach Abschluss der Arbeiten eröffnet wurde. Das farbenfroh gestaltete Haus bietet einen Blick auf die Hügelkette der Mecklenburgischen Schweiz und sollte eigentlich schnell vermietet sein.
Überraschende Leerstände trotz hochwertiger Ausstattung
Doch die Realität sieht anders aus: Von den 27 Zwei- und Dreiraumwohnungen in den oberen drei Etagen steht aktuell jede zweite Wohnung leer. Wogema-Geschäftsführer Ivo Fischer zeigt sich über diese Entwicklung überrascht, da er eigentlich erwartet hatte, dass die betreuten Wohngruppen im Gebäude schwieriger zu vermitteln wären. Tatsächlich sind bei diesen nur noch fünf Plätze frei, während die regulären Wohnungen deutlich weniger Interessenten finden.
Die Warmmieten für die Wohnungen, die zwischen 52 und 70 Quadratmeter groß sind, liegen im Bereich von 740 bis 974 Euro. Fischer verteidigt diese Preise angesichts der hochwertigen Ausstattung: „Alle Wohnungen sind barrierefrei, mit einem Fahrstuhl erreichbar und verfügen über moderne Sanitäranlagen.“ Zusätzlich besitzt jede Wohnung in den oberen Etagen einen geräumigen Balkon, auf dem bequem sechs Personen Platz finden.
Mögliche Gründe für die geringe Nachfrage
Die Wogema hört immer wieder das Argument, dass der „Weitblick“ zu abgelegen am Stadtrand liege. Fischer weist dies jedoch zurück: „Es sind gerade mal 300 Meter bis zum nächsten Supermarkt.“ Er betont, dass nicht jeder in zentralen Lagen wie der Rosmarinstraße wohnen könne und die Lage daher durchaus attraktiv sei.
Ein weiterer diskutierter Punkt sind die Mietkosten, die von einigen Bürgern als zu hoch empfunden werden könnten. Die Wogema sieht die Preise jedoch als angemessen für die gebotene Qualität und die umfassende Sanierung, die das Gebäude in einen modernen Zustand versetzt hat.
Positive Entwicklungen im Erdgeschoss
Während die Wohnungen in den oberen Etagen noch auf Mieter warten, laufen die Geschäfte im Erdgeschoss des „Weitblick“ gut. Die Tagespflege und der Pflegedienst der Diakonie werden bereits rege genutzt, und ab dem 1. März kommt eine podologische Praxis hinzu. Diese Nutzungen tragen zur Belebung des Gebäudes bei und könnten langfristig auch die Attraktivität der Wohnungen steigern.
Auswirkungen auf die Leerstandsquote der Wogema
Trotz der Leerstände im „Weitblick“ konnte die Wogema einen kleinen Erfolg verbuchen: Die Leerstandsquote im gesamten Wohnungsbestand ist nun wieder unter 20 Prozent gesunken. Allerdings räumt Fischer ein, dass diese Zahl immer noch relativ hoch ist. Die Wogema rechnet dabei alle nicht vermietbaren Wohnungen ein, darunter auch komplett leerstehende Blöcke wie in der Heinrich-Heine-Straße 14 bis 16.
Die Situation im „Weitblick“ zeigt, dass selbst große Investitionen und moderne Standards nicht automatisch zu einer vollständigen Vermietung führen. Die Wogema bleibt jedoch optimistisch, dass sich die Lage mit der Zeit verbessern wird, zumal das Gebäude durch seine Sanierung deutlich an Wert und Wohnqualität gewonnen hat.



