Wolfgang Mahnke verstorben: Ein Leben für die niederdeutsche Sprache und Literatur
Wolfgang Mahnke: Ein Leben für das Niederdeutsche

Trauer um Wolfgang Mahnke: Ein leidenschaftlicher Erzähler des Niederdeutschen ist verstorben

Die niederdeutsche Literaturtrauer um einen ihrer bedeutendsten Vertreter: Wolfgang Mahnke, der gebürtige Malchiner und renommierte plattdeutsche Autor, ist am 6. Februar kurz vor seinem 89. Geburtstag in Rostock gestorben. Sein Tod hinterlässt eine spürbare Lücke in der Kulturszene Mecklenburg-Vorpommerns, insbesondere bei allen Freunden und Förderern der plattdeutschen Sprache.

Ein Leben zwischen Wissenschaft und Literatur

Wolfgang Mahnkes Werdegang war außergewöhnlich vielseitig. Nach seinem Abitur in Malchin im Jahr 1956 studierte er Meeresbiologie und war von 1960 bis 1992 am Institut für Hochseefischerei in Rostock tätig. Auf zahlreichen Forschungs- und Fangschiffen unternahm er als Wissenschaftler und Expeditionsleiter viele Seereisen, die später die Grundlage für sein literarisches Schaffen bildeten.

„Seine Erlebnisse von dort beschrieb er auf humorige Art in seinen plattdeutschen Büchern“, erinnern sich Weggefährten. Seit 1994 wirkte Mahnke als freischaffender Autor und engagierte sich intensiv für die niederdeutsche Sprachpflege.

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Engagement für die niederdeutsche Sprache

Über viele Jahre war Wolfgang Mahnke dem Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen eng verbunden, wo er regelmäßig als Gast auftrat. Torsten Jahn, Leiter des Reutermuseums, betont: „Wolfgang Mahnke war für uns mehr als ein Name im Programm oder auf dem Buchrücken. Er war ein vertrauter Gast, ein geschätzter Freund des Museums und ein leidenschaftlicher Erzähler, der die niederdeutsche Sprache lebendig gemacht hat.“

Seine Mitgliedschaft im Bund Niederdeutscher Autoren, zwölf Jahre lang sogar als dessen Vorsitzender, unterstreicht sein Engagement. Mahnke veröffentlichte diverse Bücher und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter:

  • 2003 der Fritz-Reuter-Preis in Stavenhagen
  • 2018 der Johannes-Gillhoff-Preis

Persönliche Erinnerungen und literarisches Erbe

Günter Frenzel aus Malchin, der Mahnke seit 70 Jahren kannte und mit ihm auf einer Studentenbude in Rostock lebte, trauert besonders: „Noch Ende Januar habe ich mit ihm telefoniert.“ Frenzels Frau machte 1956 gemeinsam mit Mahnke Abitur in Malchin, und Frenzel verfolgte stets den Werdegang des Autors, dessen Werke in seinem Bücherregal stehen.

Mahnkes literarisches Schaffen zeichnete sich durch einen besonderen Blick auf die Menschen aus. Titel wie „Dei Plattdütsche Urlaub“ oder „Blage Beern un rode Hoor“ stehen beispielhaft für seine aufmerksame, liebevolle und stets mit einem leisen Augenzwinkern versehene Darstellung.

Torsten Jahn vom Reutermuseum resümiert: „Mit seiner unverwechselbaren Stimme, seinem feinen Humor und seiner Herzlichkeit hat er es verstanden, Menschen zu berühren und für das Plattdeutsche zu begeistern. Seine Lesungen, Gespräche und Begegnungen bleiben vielen von uns unvergessen.“ Für das Reutermuseum bedeute sein Tod einen schweren Verlust.

Ein Vermächtnis, das weiterlebt

Wolfgang Mahnke hinterlässt nicht nur ein umfangreiches literarisches Werk, sondern auch die Erinnerung an einen humorvollen, herzlichen Menschen, der die niederdeutsche Sprache mit Leidenschaft pflegte und vermittelte. Seine Verbindung zu seiner Geburtsstadt Malchin und zu alten Schulfreunden riss nie ab, und sein ausgesprochener Humor bleibt vielen in lebhafter Erinnerung.

Die plattdeutsche Gemeinschaft verliert mit ihm einen ihrer bedeutendsten Botschafter, dessen Einfluss auf die Erhaltung und Belebung der niederdeutschen Sprache noch lange nachwirken wird.

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