Abo- und Leasing-Autos: Hohe Zusatzkosten bei Rückgabe vermeiden
Abo- und Leasing-Autos: Zusatzkosten bei Rückgabe vermeiden

Vertrag ausgelaufen, Raten bezahlt – und trotzdem kann die Rückgabe von Leasing- oder Abo-Autos richtig teuer werden. Experten berichten von Nachforderungen von oft 2000 bis 3000 Euro, weil jeder kleine Kratzer, jede Delle oder auch fehlendes Zubehör abgerechnet werden. Dabei lassen sich viele dieser Kosten mit etwas Vorbereitung deutlich senken.

Warum Nachforderungen so hoch ausfallen

Die hohen Summen entstehen oft durch unterschiedliche Bewertungen von Gebrauchsspuren zwischen Mieter und Vermieter. Was der eine als normale Abnutzung ansieht, gilt dem anderen als übermäßiger Verschleiß. Besonders teuer werden Kratzer im Lack, Dellen an Türen oder Kotflügeln sowie Beschädigungen an Felgen und Reifen. Auch fehlende Ausstattungsdetails wie Ersatzrad, Ladekabel oder Wagenheber können mit saftigen Rechnungen belegt werden.

Die sieben goldenen Regeln zur Kostensenkung

Um hohe Nachzahlungen zu vermeiden, empfehlen Experten eine gründliche Vorbereitung vor der Rückgabe. Dazu gehört zunächst die genaue Durchsicht des Fahrzeugs auf alle Mängel – am besten bei Tageslicht. Kleine Steinschläge in der Frontscheibe lassen sich oft günstiger reparieren als später über den Leasinggeber. Auch das Reinigen des Innenraums lohnt sich: Saubere Polster und Teppiche minimieren Diskussionen über ungewöhnliche Verunreinigungen.

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Vorab selbst reparieren oder nachbessern

Viele Leasingnehmer scheuen die Mühe, kleine Schäden vorher zu beheben. Dabei ist es meist günstiger, einen Kratzer beim Freundlichen oder mit einem Lackstift auszubessern, als die horrenden Stundensätze der Aufbereitungsfirmen des Leasinggebers zu zahlen. Auch Dellen lassen sich oft mit einem Smart-Repair-Dienst für unter 100 Euro entfernen – deutlich weniger als die pauschale Abrechnung der Rücknahme.

Dokumentation und Fotobeweis

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die sorgfältige Dokumentation des Fahrzeugzustands bei der Übernahme. Wer bei Vertragsbeginn bereits vorhandene Schäden fotografiert und schriftlich festhält, kann später nicht für diese zur Kasse gebeten werden. Bei der Rückgabe sollte man ebenfalls Fotos machen und die Übergabe nach Möglichkeit gemeinsam mit einem Vertreter des Leasinggebers durchführen, um Streitigkeiten zu vermeiden.

Vertragsklauseln prüfen

Viele Leasingverträge enthalten detaillierte Regelungen zu zulässigen Verschleißgrenzen. Es lohnt sich, diese vor der Rückgabe noch einmal genau zu studieren. So ist beispielsweise festgelegt, ab welcher Größe ein Kratzer oder eine Delle als reparaturpflichtig gilt. Auch der Zustand der Reifen wird oft nach Profiltiefe und Gleichmäßigkeit des Abriebs beurteilt. Wer die Vorgaben kennt, kann gezielt nachbessern.

Professionelle Fahrzeugaufbereitung als Option

Eine professionelle Aufbereitung vor der Rückgabe kann sich ebenfalls lohnen. Dabei werden Lack, Felgen, Innenraum und Motorraum gereinigt und kleinere Mängel behoben. Die Kosten dafür liegen meist zwischen 200 und 500 Euro – deutlich unter den oft geforderten Nachzahlungen von bis zu 3000 Euro. Viele Leasingnehmer berichten, dass sie mit dieser Vorbereitung die Rücknahme ohne Beanstandungen bestanden haben.

Abschließend gilt: Wer Zeit und Mühe in die Vorbereitung investiert, spart am Ende bares Geld. Die sieben goldenen Regeln sind keine Garantie, aber sie senken das Risiko hoher Zusatzkosten erheblich. Bei Unstimmigkeiten über die Abrechnung hilft oft der Gang zum Rechtsanwalt oder zum ADAC, der für Mitglieder eine kostenlose Beratung anbietet.

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