Kompakte SUVs sind aus dem deutschen Straßenbild nicht mehr wegzudenken – und das gilt auch für den Gebrauchtwagenmarkt. Die Auswahl an Vorbesitz-Fahrzeugen ist riesig, sodass sich für unterschiedliche Budgets passende Kandidaten finden lassen. Der Hyundai Tucson gehört dabei zu den etablierten Größen: Seit 2004 wird das Modell angeboten, seit Ende 2020 ist die vierte Generation im Handel. Die dritte Generation, die von 2015 bis 2020 vom Band lief, ist inzwischen in einem Alter, in dem Gebrauchtwagenkäufer besonders gern zugreifen.
Hauptuntersuchung: Bremsen und Antrieb im Fokus
Bevor man sich für einen gebrauchten Tucson entscheidet, lohnt ein Blick auf die TÜV-Statistik. Die Mängelquote der untersuchten Fahrzeuge liegt leicht unter dem Durchschnitt – das heißt, überdurchschnittlich viele Exemplare fallen bei der Hauptuntersuchung wegen erheblicher Mängel auf. Konkret bemängeln die Prüfer häufig die Funktionsfähigkeit der Bremsen, aber auch Antriebswellen und Lenkgelenke. Ebenso deuten sich Probleme mit Ölverlust an. Ein genaues Hinschauen auf den Prüfbericht ist daher genauso wichtig wie der Zustand der HU-Plakette.
Wer ein Fahrzeug mit frischer Hauptuntersuchung erwirbt, spart nicht nur Zeit, sondern auch mögliche Folgekosten. Ein Blick in das Scheckheft gibt zudem Aufschluss über regelmäßige Inspektionen.
Karosserie und Innenraum: Viel Platz auf 4,48 Metern
Mit einer Länge von 4,48 Metern ist der Tucson der dritten Generation um sieben Zentimeter gewachsen, verglichen mit dem Vorgängermodell ix35. Das SUV zeigt eine gelungene Mischung aus klaren Linien und stimmigen Proportionen – ein Design, das auch nach Jahren noch modern wirkt. Auch im Innenraum wurde aufgewertet: Hochwertigere Materialien und eine gute Verarbeitung heben den Komfort spürbar an.
Der Zuwachs an Länge schlägt sich vor allem im Platzangebot nieder. Sowohl vorn als auch hinten sitzen auch größere Passagiere bequem. Der Kofferraum fasst in der Grundkonfiguration 513 Liter; klappt man die Rücksitzlehnen um, wächst das Volumen auf 1.500 Liter. Damit ist der Tucson ein flexibler Begleiter für Alltag und Urlaub. Beim Facelift 2018 gab es kleine Retuschen an Front und Heck; gegen Aufpreis waren dann LED-Scheinwerfer erhältlich.
Antriebsvielfalt: Benziner, Diesel, Front- oder Allrad
Die Motorenpalette des Tucson ließ kaum Wünsche offen. Benziner und Diesel standen ebenso im Programm wie Front- oder Allradantrieb. Dazu kamen Saugmotoren und Turbovarianten. Für die Kraftübertragung standen je nach Motorisierung ein manuelles Sechsganggetriebe, ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe oder eine klassische Automatik bereit.
Der Einstiegsbenziner war ein 1,6-Liter-Sauger mit 97 kW/132 PS. Mit Turbolader leistete der gleich große Vierzylinder 130 kW/177 PS – in dieser Ausbaustufe war auch Allradantrieb erhältlich. Der Benzinverbrauch pendelt je nach Fahrweise zwischen 6,3 und 7,8 Litern. Wer einen sparsamen Selbstzünder sucht, wird bei den Dieseln fündig: Der 1,7-Liter liefert entweder 85 kW/116 PS oder 104 kW/140 PS. Der Zweiliter-Diesel bringt es auf 100 kW/136 PS bzw. 136 kW/185 PS. Die stärkste Version besitzt serienmäßig Allrad und kann mit Sechs- oder Achtgang-Automatik kombiniert werden. Die Normverbrauchswerte liegen hier zwischen 4,6 und 6,5 Litern pro 100 Kilometer.
Mit dem Facelift wurde das Motorangebot teilweise neu geordnet. Ein 1,6-Liter-Benziner mit 116 und 136 PS ersetzte die bisherigen Einstiegsaggregate. Der 1,7-Liter-Diesel wurde komplett gestrichen, und die frontgetriebene Version des Zweiliter-Diesels entfiel ebenfalls. Somit blieben die stärkeren Motorisierungen den Allradlern vorbehalten.
Ausstattungshighlights und Assistenzsysteme
Hyundai offerierte den Tucson in mehreren Ausstattungslinien. Die Basis Classic ist recht nüchtern ausgestattet und richtet sich an Schnäppchenjäger. Deutlich mehr Komfort und Optik bieten die Linien Trend, Style und Premium. In der Trend-Ausstattung gibt es unter anderem Klimaautomatik, Sitzheizung und ein beheizbares Lenkrad. Style legt eine Rückfahrkamera, ein Radio-Navigationssystem und eine Verkehrszeichenerkennung obendrauf. Premium umfasst zudem LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Leichtmetallräder und einen Parkassistenten.
Darüber hinaus konnten Erstbesitzer diverse Assistenzsysteme ordnen. Ein Assistentenpaket mit automatischem Bremsassistenten, Tot-Winkel-Warner und Querverkehrswarner war besonders gefragt. Nach dem Facelift kamen ein radargestützter Tempomat, eine 360-Grad-Kamera und ein Müdigkeitswarner hinzu. Für sportliche Auftritte führte Hyundai 2019 die N-Line mit 19-Zoll-Rädern, dunklen Dekor-Applikationen und Doppel-Auspuffendrohr ein.
Fazit: Überzeugendes Gesamtpaket mit einem Haken
Der Hyundai Tucson der dritten Generation bietet ein ausgewogenes Paket aus Design, Raum und Ausstattung. Die etwas unterdurchschnittliche TÜV-Statistik trübt den Gesamteindruck nur leicht. Entscheidend ist ein aktueller HU-Bericht – wer den beachtet, erhält einen zuverlässigen Alltagsbegleiter. Bei mobile.de werden gegenwärtig rund 1.400 gebrauchte Tucson der dritten Generation gelistet. Die Preisspanne beginnt bei ungefähr 8.000 Euro, je nach Zustand, Laufleistung und Ausstattung.



