Donna Hay: Neue Rezepte für den Sommer mit Zitronen und Meersalz
Donna Hay: Sommerrezepte mit Zitronen und Meersalz

Die Sonne lässt alles besser schmecken. Tomaten, Zucchini, Kräuter, Basilikum, Minze und Petersilie – das sind für Donna Hay die Aromen des Sommers. „Sie sprießen dann wie Unkraut in meinem Garten“, erzählt die australische Bestsellerautorin. Und natürlich Zitronen, die es sogar auf den Titel ihres neuen Kochbuchs geschafft haben: „Sunshine, Lemons and Sea Salt. Den Sommer feiern – zuhause und draußen“ (at Verlag, 37 Euro). Darin finden sich Rezepte wie Zitronen-Knoblauch-Hähnchen, Zitronenpesto oder Zitronen-Sorbetto.

Warum Erdbeeren im Buch fehlen

Erdbeeren, für viele der Inbegriff von Sommer, sucht man in dem Buch vergebens. Hay erklärt: „Erdbeeren und Kirschen esse ich am liebsten roh. In Australien werden Erdbeeren im Treibhaus angebaut und haben ihre Süße verloren. Ein Trauerspiel. Sie haben eine ähnliche Entwicklung durchgemacht wie Tomaten. Ich warte darauf, dass es wieder Erdbeeren gibt, die nach Erdbeeren schmecken.“

Die Erfolgsgeschichte von Donna Hay

Seit 1997 hat Hay fast jedes Jahr ein Kochbuch veröffentlicht, insgesamt 27. Ihr Markenzeichen: einfache Rezepte und ansprechende Food-Fotografie. Titel wie „Too easy“, „Keine Zeit zum Kochen“ oder „Week light“ sind Versprechen, die sie einlöst. „Mir war es immer wichtig, die Rezepte kurz zu halten. Die Menschen sollen das Buch aufschlagen, etwas Köstliches sehen und denken: Das kriege ich hin“, sagt sie.

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Ihre Karriere begann sie als Food-Redakteurin bei der australischen „Marie Claire“. Mit 27 veröffentlichte sie ihr erstes Kochbuch, mit 31 gründete sie ein eigenes Magazin, das sie 2018 nach 100 Ausgaben einstellte. Sie erschuf einen Food-Kosmos mit TV-Sendungen, Küchenutensilien und Backmischungen. Als ihr „Molten Choc Chunk Brownies“-Mix wegen Kakao-Lieferengpässen ausfiel, löste das fast eine nationale Krise aus. „Die Menschen wurden wütend, sprachen mich auf der Straße an, schickten E-Mails“, erinnert sie sich. Inzwischen ist das Produkt wieder erhältlich.

Trends und Influencer

Über Mode-, Lifestyle- und Fitness-Influencer, die heute Rezepte posten, sagt Hay: „Meine Söhne schicken mir Tiktok-Videos. Die Menschen suchen die Schuld bei sich, wenn ein Rezept misslingt. Aber ich sehe eine Entwicklung zurück zu vertrauenswürdigen Quellen. Ich weiß, wie man ein Rezept schreibt, ich habe es getestet, und ich liefere nur etwas Großartiges, denn mein Name steht darauf.“

Ihr Lieblingsrezept für einen Sommerabend mit Freunden ist der Chili-Honig-Lachs: „Er ist super simpel, kommt sechs bis acht Minuten unter den Grill, karamellisiert, dazu ein paar Salate. Der Lachs sieht wunderbar aus, kommt im Blech auf den Tisch, jeder bedient sich. Das ist der Geschmack von Sommer für mich.“ Ein weiterer Favorit sind Harissa-Hähnchenschenkel mit Feta auf Sauerteigbrot, im Ofen überbacken.

Tischdekoration aus dem Garten

Den Tisch dekoriert sie mit Fundstücken aus Schränken und Garten: Alte Saucieren füllt sie mit Blüten, oder sie verwendet Kräuter, Tomatenpflanzen und Zitronen. „Die verarbeite ich später beim nächsten Gericht.“

Boom-Produkte und Matcha-Kritik

Donna Hay greift in ihren Büchern geschickt Trendzutaten auf, wie Chia-Samen oder Pistaziencreme. Über Matcha sagt sie: „Er hat einen intensiven grasigen Geschmack. Junge Leute übertünchen ihn mit Erdbeersirup und Honig, ohne zu merken, wie viel Zucker sie zu sich nehmen. Vielleicht wollen sie nur ein hübsches Foto für Social Media.“ Sie selbst habe Matcha nur einmal für einen Pistazienkuchen als Ersatz für künstliche Speisefarbe verwendet.

Den Kuchen bereitet sie in ihrer neuen Sendung auf Disney+ zu: „Den Sommer feiern mit Donna Hay“ zeigt sommerliches Bewirten am Meer mit Deko-Tipps. Gedreht wurde in ihrem Haus in Sydney mit Hafenblick. „Ich habe immer gesagt, ich arbeite nicht in meinem Zuhause. Aber Dinge ändern sich – und ich habe keine schönere Location gefunden.“

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Rezept: Gegrillter Chili-Honig-Lachs

Zutaten für sechs Portionen: 1,2 kg Lachsfilet ohne Haut und Gräten, 180 g Honig, 2 TL Chiliflocken, zerstoßene schwarze Pfefferkörner. Für die Beize: 300 g Steinsalz, 220 g Kristallzucker, 2 TL Chiliflocken, 12 frische Dillstängel. Für die Meerrettich-Crème-fraîche: 300 g Crème fraîche, 1 1/2 EL geriebener Meerrettich, 1 1/2 EL gehackte Kapern, 2 TL Zitronenschale. Zum Servieren: gegrillte Zitronenhälften.

Zubereitung: Salz, Zucker und Chiliflocken mischen. Die Hälfte in ein Glasgefäß geben, Lachs darauflegen, Dill und restliche Beize darauf. Ein bis zwei Stunden im Kühlschrank beizen. Beize abwaschen, Lachs trocken tupfen. Backofengrill vorheizen. Lachs auf ein Backblech legen, mit Honig, Chiliflocken und Pfeffer bestreichen. Sechs bis acht Minuten grillen, bis er karamellisiert ist. Für die Crème-fraîche alle Zutaten verrühren. Mit der Crème-fraîche und gegrillter Zitrone servieren.

Annemarie Ballschmiter ist Stil-Redakteurin in Berlin und berichtet über Design, Möbel und Trends. Sie schwört auf Donna Hays „Schneller-Thai-Nudel-Salat“ aus „Keine Zeit zum Kochen“ (2009).