Garnele, Scampi oder Shrimp – auf Speisekarten und im Supermarkt werden die Begriffe oft durcheinander oder sogar als Synonyme verwendet. Tatsächlich steckt dahinter aber nicht immer dasselbe Tier. Zwar gehören alle zu den Krebstieren, biologisch gibt es jedoch deutliche Unterschiede.
Warum die meisten Krebstiere nicht rot sind
Viele kennen Garnelen oder Scampi nur in leuchtendem Rot. In freier Natur sind die meisten jedoch gräulich bis bläulich gefärbt. Die typische rote Farbe entsteht erst beim Kochen, berichtet PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer). Dabei wird ein Eiweißstoff in der Schale zerstört und der Farbstoff Astaxanthin sichtbar. Das ist auch der Grund, warum Hummer oder Garnelen erst im Kochtopf ihre kräftige Farbe bekommen. Eine Ausnahme ist der Kaisergranat, der bereits lebend rötlich gefärbt sein kann.
Garnele und Shrimp sind meist dasselbe
Garnele, Shrimp oder Crevette sind keine biologisch klar abgegrenzten Gruppen. Die Begriffe werden für verschiedene Krebstiere verwendet. Handelsnamen wie „Shrimp“, „Prawn“ oder „Gambas“ sagen meist mehr über Größe oder Herkunft als über die Art aus. Besonders häufig werden Geißelgarnelen angeboten. Auch die bekannte Nordseekrabbe (Crangon crangon) zählt biologisch zu den Garnelen.
Scampi sind mit Hummern verwandt
Scampi sind etwas völlig anderes. Gemeint ist der Kaisergranat (Nephrops norvegicus), ein Zehnfußkrebs, der näher mit Hummern als mit Garnelen verwandt ist. Er besitzt einen kräftigen Körper, große Scheren und lebt am Meeresboden, wo er sogar Höhlen gräbt. Im Handel wird er auch als Kaiserhummer, Norwegischer Hummer oder französisch „Langoustine“ angeboten.
So erkennen Sie den Unterschied
Am einfachsten lassen sich die Tiere an ihrem Körperbau unterscheiden. Scampi haben große Scheren, einen breiten Schwanzfächer und wirken insgesamt wie kleine Hummer. Garnelen beziehungsweise Shrimp besitzen dagegen nur kleine Greifwerkzeuge und einen schmalen, seitlich abgeflachten Schwanz. Gerade auf dem Teller hilft deshalb oft ein Blick auf den Schwanz: Ist er breit und gefächert, handelt es sich meist um Scampi. Läuft er schmal zu, ist es in der Regel eine Garnele.
Die Aufklärung über diese Unterschiede kann Verbrauchern helfen, beim Einkauf und im Restaurant bewusstere Entscheidungen zu treffen. Die meisten Krebstiere werden erst durch das Kochen rot, was auf die Zerstörung eines Eiweißstoffs und die Freisetzung von Astaxanthin zurückzuführen ist. Eine Ausnahme bildet der Kaisergranat, der bereits lebend rötlich sein kann.



