Ex-Kommandeur von Kiews Vorzeige-Brigade nach Mord an zwei Brüdern festgenommen
Ex-Kommandeur der 155. Brigade nach Doppelmord festgenommen

Ein neuer Skandal erschüttert die ukrainische Armee: Der ehemalige Kommandeur der 155. mechanisierten Brigade, Stanislaw Luchanow, wurde in Kiew festgenommen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Festnahme auf X. Ihm wird vorgeworfen, die Entführung und Ermordung zweier Zivilisten veranlasst zu haben. Bislang gibt es in dem Fall zehn Festnahmen.

Hintergrund des Verbrechens

Die Opfer stammen aus dem Ort Kalyniwka bei Kiew. Es handelt sich um zwei Brüder. Der Offizier soll mit ihnen in privatem Streit gelegen haben. Laut Medienberichten hatte sich Luchanows Familie über die Männer beschwert, weil sie wiederholt mit Motorrädern durch das Dorf fuhren. Die Brüder wurden entführt und im Gebiet Poltawa getötet.

Selenskyj betonte die überregionale Bedeutung des Falls: „Dieser Fall geht über einen einzelnen Ort oder die Region Kiew hinaus. Es ist für das ganze Land wichtig, die vollständige Wahrheit herauszufinden und alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die 155. Brigade – ein Vorzeigeprojekt mit Skandalen

Die 155. Brigade wurde 2024 aufgestellt und von Frankreich ausgebildet und bewaffnet. Sie trägt den Beinamen „Anna von Kiew“ – in Anlehnung an die Prinzessin, die im 11. Jahrhundert Königin von Frankreich war. Die Einheit galt als Vorzeigeprojekt und war die erste größere Kampfeinheit der Ukraine, die größtenteils im Ausland trainiert wurde.

Doch bereits während des Aufenthalts in Frankreich sollen Dutzende Soldaten Fahnenflucht begangen haben. Bei ihrem ersten Einsatz an der Front bei Pokrowsk zeigte die Brigade erhebliche Defizite bei der Drohnenabwehr und der elektronischen Kriegsführung.

Luchanows Werdegang

Stanislaw Luchanow übernahm im Februar 2025 das Kommando über die 155. Brigade, nachdem sein Vorgänger festgenommen worden war. Die Behörden warfen ihm vor, nichts gegen die hohe Zahl von Fahnenfluchten unternommen zu haben. Zuvor diente Luchanow als Stabschef im Sturmregiment „Skelja“, das ebenfalls von einem Skandal erschüttert wird: Dort sollen rund zwei Dutzend Rekruten infolge von Misshandlungen ums Leben gekommen sein.

Die Ermittlungen zu den Morden an den beiden Brüdern dauern an. Die ukrainische Führung hat angekündigt, den Fall mit höchster Priorität zu verfolgen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration