Immer mehr Deutsche greifen zu pflanzlichen Milchalternativen. Laut YouGov konsumieren 34 Prozent der Bundesbürger solche Produkte, wobei Haferdrinks mit 66 Prozent die klare Nummer eins sind. Der Pro-Kopf-Absatz hat sich zwischen 2018 und 2022 mehr als verdoppelt, wie das Institut der deutschen Wirtschaft ermittelte. Doch nicht jede Hafermilch ist gleich – Geschmack, Inhaltsstoffe und Qualität variieren stark. Der Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl hat drei gängige Marken unter die Lupe genommen: Oatly, Alpro und dmBio.
Die Kriterien im Test: Was macht gesunde Hafermilch aus?
Dr. Riedl bewertete die Produkte nach Nährstoffgehalt, Zusatzstoffen und Verarbeitung. Besonders wichtig sind ihm der Zuckergehalt, die Ballaststoffe und die Verwendung von Ölen. „Viele Haferdrinks enthalten zugesetzten Zucker oder Rapsöl, was die gesundheitliche Bilanz trübt“, erklärt der Mediziner. Auch der Kalziumgehalt spielt eine Rolle, da er oft künstlich zugesetzt wird. Ein weiteres Kriterium ist die Umweltbilanz: Hafermilch schneidet hier generell gut ab, aber regionale Unterschiede gibt es dennoch.
Oatly: Der Marktführer mit Schwächen?
Oatly ist bekannt für seinen cremigen Geschmack und die breite Palette. Dr. Riedl bewertet die Inhaltsstoffe differenziert: „Oatly enthält Rapsöl und oft zugesetzten Zucker, was nicht ideal ist. Allerdings sind die Produkte mit Kalzium und Vitaminen angereichert.“ Der Zuckergehalt liegt bei etwa 7 Gramm pro 100 Milliliter, was im Mittelfeld liegt. Für Menschen, die auf eine low-Fructose-Diät achten, ist Oatly weniger geeignet, da Hafer von Natur aus Fructose enthält. Der Mediziner empfiehlt, die ungesüßte Variante zu wählen.
Alpro: Die Alternative mit weniger Zucker
Alpro bietet ebenfalls eine Hafermilch-Variante an, die im Test des Experten besser abschneidet. „Alpro verwendet weniger Zucker und setzt auf natürliche Süße“, so Dr. Riedl. Der Zuckergehalt liegt bei rund 4 Gramm pro 100 Milliliter, was deutlich unter dem von Oatly liegt. Allerdings enthält auch Alpro Rapsöl und Stabilisatoren. Positiv hervorzuheben ist der hohe Kalziumgehalt durch Anreicherung. Für Allergiker ist Alpro geeignet, da es laktose- und sojafrei ist. Der Geschmack ist mild, aber weniger cremig als Oatly.
dmBio: Die Eigenmarke als Überraschungssieger?
Die Eigenmarke von dm, dmBio, überzeugt Dr. Riedl am meisten. „dmBio kommt ohne zugesetzten Zucker und Öle aus – das ist ein großer Pluspunkt“, betont er. Der Haferdrink besteht nur aus Wasser, Hafer, Salz und etwas Sonnenblumenöl. Der Zuckergehalt liegt bei natürlichen 3 Gramm pro 100 Milliliter. Zudem ist er mit Kalzium angereichert. Nachteil: Die Konsistenz ist etwas dünner, und der Geschmack ist weniger süß. Für Menschen, die auf verarbeitete Zusätze achten, ist dmBio die beste Wahl.
Fazit: Welche Hafermilch ist die gesündeste?
Laut Dr. Matthias Riedl geht dmBio als Sieger hervor. „Wer eine möglichst natürliche Hafermilch sucht, ist mit dmBio am besten beraten. Alpro ist eine gute Kompromisslösung, während Oatly durch den Zuckergehalt abfällt.“ Allerdings betont der Experte, dass die gesündeste Wahl immer die ungesüßte Variante ist. Verbraucher sollten auf die Zutatenliste achten und Produkte mit kurzen Inhaltsstoffen bevorzugen. Hafermilch bleibt insgesamt eine empfehlenswerte Alternative, solange man bewusst einkauft.



