Regelmäßiger Joghurtkonsum wird mit einem geringeren Risiko für Bluthochdruck in Verbindung gebracht. Eine Analyse der Tufts University auf Basis der Framingham Heart Study über 14 Jahre ergab 2015, dass Personen, die etwa alle drei Tage einen Becher Joghurt (ca. 170 Gramm) aßen, ein um 31 Prozent geringeres Risiko hatten, Bluthochdruck zu entwickeln. Bei bereits erhöhtem Blutdruck zeigten weitere Studien einen Zusammenhang mit etwas niedrigeren systolischen Werten.
Eine Meta-Analyse von 14 randomisierten Studien mit 702 Teilnehmern, die über rund zwei Monate täglich 100 bis 450 Gramm Joghurt konsumierten, zeigte kleine Effekte: Der systolische Blutdruck sank im Schnitt um 3,10 mmHg, der diastolische um 1,09 mmHg. Bei Hypertonikern lag die Senkung des systolischen Werts bei rund 4 mmHg. Dies ist messbar, aber moderat. Zum Vergleich: Bereits eine Senkung von 2 mmHg systolisch wird mit einer etwa zehn Prozent niedrigeren Schlaganfall-Mortalität in Verbindung gebracht.
Allerdings konsumierten die Teilnehmer nicht ausschließlich Joghurt, sondern auch andere fermentierte Milchprodukte. Entscheidend ist der Kontext: Joghurt ist wahrscheinlich kein eigenständiger Blutdrucksenker, sondern Teil eines gesünderen Gesamtpakets. Studien zeigten, dass Personen, die viel Joghurt verzehrten, insgesamt ausgewogener aßen, sich mehr bewegten, seltener rauchten und oft einen höheren Bildungsstand hatten – Faktoren, die den Blutdruck nachweislich beeinflussen.
Ganz ohne eigene Wirkung ist Joghurt dennoch nicht. Durch Fermentation entstehen Eiweißbausteine (Peptide), die gefäßerweiternd wirken können. Zudem liefert Joghurt Eiweiß sowie Kalzium, Magnesium und Kalium – Nährstoffe, die an der Blutdruckregulation beteiligt sind. Mit lebenden Kulturen kann er zudem die Darmflora unterstützen.



