Eine große Auswertung von US-Gesundheitsdaten legt nahe, dass der regelmäßige Verzehr von Joghurt sowie Prä- und Probiotika mit einem deutlich geringeren Darmkrebsrisiko verbunden ist. Forscher aus Taiwan analysierten Daten von 9405 Erwachsenen ab 50 Jahren, die an der nationalen Gesundheitsstudie NHANES teilnahmen. Die Erhebung umfasste die Jahre 2001 bis 2020 und repräsentiert rund 37 Millionen Menschen in den USA.
Zusammenhang zwischen Ernährung und Darmkrebshäufigkeit
Die Teilnehmer machten detaillierte Angaben zu ihrer Ernährung in den vergangenen 30 Tagen, zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und zu möglichen Darmkrebsdiagnosen. Die Forscher berücksichtigten zudem zahlreiche weitere Faktoren wie Alter, Vorerkrankungen, Laborwerte und Lebensstilmerkmale. Das Ergebnis: Der Konsum von Joghurt sowie von Prä- und Probiotika war mit einer rund 50 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, an Darmkrebs erkrankt zu sein.
Darmkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen. Neben genetischen Faktoren gelten Lebensstil und Ernährung als wichtige Einflüsse. Im Fokus steht dabei zunehmend das Darmmikrobiom – die Gesamtheit der Bakterien und anderer Mikroorganismen im Darm. Die Autoren der Studie vermuten, dass Joghurt, Präbiotika und Probiotika die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen und so das Krebsrisiko senken könnten.
Studie liefert Hinweise, aber keine endgültige Entwarnung
Die Untersuchung liefert weitere Hinweise darauf, dass die Darmgesundheit bei der Entstehung von Darmkrebs eine wichtige Rolle spielen könnte. Welche biologischen Mechanismen hinter dem beobachteten Zusammenhang stehen, konnte die Studie jedoch nicht klären. Für eine konkrete Empfehlung reicht das Ergebnis deshalb nicht aus. Die Daten zeigen lediglich einen statistischen Zusammenhang. Sie belegen nicht, dass Joghurt, Präbiotika oder Probiotika Darmkrebs verhindern.
Ein weiterer Kritikpunkt: Es handelt sich um eine Querschnittsstudie, die auf Momentaufnahmen basiert. Daher lässt sich nicht feststellen, ob die Ernährung tatsächlich vor Darmkrebs schützt oder ob Betroffene ihre Essgewohnheiten nach einer Diagnose verändert haben. Außerdem werteten die Forscher Joghurt, Präbiotika und Probiotika gemeinsam aus. Welcher Faktor den Zusammenhang möglicherweise maßgeblich beeinflusst, bleibt deshalb offen. Weitere Langzeitstudien sollen nun für mehr Klarheit sorgen.



