Sunshine Hanson: „Man empfindet es nicht als das eigene Kind“
Leihmutter: „Man empfindet es nicht als das eigene Kind“

Drei Leihgeburten, vier Kinder – und doch ist Sunshine Hanson Mutter aus Leidenschaft, aber nicht aus Mutterschaft. Die 44-Jährige hat in den USA mehreren Paaren den Traum vom eigenen Kind erfüllt. Nach dem Rücktritt von Jens Spahn wird in Deutschland wieder hitzig über das Geschäft mit der Leihmutterschaft gestritten. Nun spricht Hanson im Interview mit BILD.

Auf die Frage nach der Beziehung zu den Babys, die sie zur Welt gebracht hat, sagt die Amerikanerin: „Man empfindet es nicht als das eigene Kind.“ Für Hanson ist das offenbar der Schlüssel, um die schwierige Phase nach der Übergabe zu meistern. Sie betont, dass sie die Kinder zwar neun Monate ausgetragen habe, aber die Bindung nicht mit der einer leiblichen Mutter vergleichbar sei.

Warum sie Leihmutter wurde

Hanson hat sich bewusst für diesen Weg entschieden. In ihrem Leben habe der Wunsch bestanden, etwas Bedeutendes zu tun – und so sei sie auf die Leihmutterschaft gekommen. Sie habe sich damit einen Lebenstraum erfüllt, wie sie erzählt. Sie habe die Fähigkeit, Schwangerschaften gut zu verkraften, und habe sich daher entschlossen, anderen Menschen diesen Dienst zu erweisen.

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Insgesamt hat sie bei drei Leihgeburten vier Kinder zur Welt gebracht. Das erfordert nicht nur körperliche Stärke, sondern auch eine besondere mentale Einstellung. Hanson scheint diese zu haben. Sie schafft es offenbar, eine professionelle Distanz zu wahren, obwohl sie die Babys neun Monate unter ihrem Herzen trägt.

Das Geschäft mit der Hoffnung

Die USA sind einer der wenigen Märkte, in denen Leihmutterschaft kommerziell betrieben werden darf. Agenturen vermitteln, Kliniken behandeln, Anwälte notarielle Verträge – das alles kostet viel Geld. BILD beschreibt die Branche als Millionengeschäft. Für viele Paare aus Deutschland, die im eigenen Land keinen Weg zur Leihmutterschaft finden, ist der Gang in die USA daher auch eine finanzielle Herausforderung.

Sunshine Hanson kennt diese Kosten, aber sie sieht dennoch einen klaren Vorteil für die Eltern. Sie erklärt, dass in den USA rechtliche Rahmenbedingungen existieren, die den Prozess für alle Seiten planbar machen. Sie rät Paaren mit Kinderwunsch, sich genau zu überlegen, ob sie diesen Schritt gehen und welche Konsequenzen er haben könne.

Der Fall Jens Spahn

Der ehemalige Unions-Fraktionschef Jens Spahn hat mit seinem Rücktritt für Schlagzeilen gesorgt. Sein Leihmutter-Baby entfachte die Diskussion über die ethischen Grenzen der Fortpflanzungsmedizin. In Deutschland ist die Leihmutterschaft verboten, viele Paare weichen deshalb auf das Ausland aus – eine rechtliche Grauzone, die Kritiker seit Jahren bemängeln.

Hanson äußert Verständnis für beide Seiten. Einerseits könne sie die Freude der Eltern nachvollziehen, andererseits wisse sie, dass es auch schwarze Schafe gebe. Sie selbst habe nur gute Erfahrungen gemacht – doch das sei nicht bei allen Frauen so.

Was nach der Geburt passiert

Die wichtigste Frage für viele ist: Wie fühlt eine Frau, die ein Kind für andere austrägt? Hansons Antwort ist eindeutig: „Man empfindet es nicht als das eigene Kind.“ Diese emotionale Distanz sei notwendig, um die Trennung zu überstehen. Sie empfiehlt zukünftigen Leihmüttern, sich diesen Gefühlen vorher bewusst zu sein.

Gleichzeitig räumt sie ein, dass die Erfahrung intensiv ist. Die Schwangerschaften hätten ihren Körper und Geist gefordert, doch der Lohn sei das Glück der Familien. Sie selbst habe zu den Paaren und Kindern auch später noch Kontakt, was sie als Bereicherung empfinde.

Eine Debatte, die bleibt

Sunshine Hansons Geschichte zeigt, dass Leihmutterschaft nicht eindimensional zu bewerten ist. Sie kann Ausdruck von Solidarität sein – und zugleich von wirtschaftlichen Zwängen begleitet werden. Die Politik wird sich weiter mit dem Thema befassen müssen, denn der Fall Spahn ist kein Einzelfall.

Ob das Verbot in Deutschland fällt oder nicht: Die Nachfrage ist da. Und Frauen wie Sunshine Hanson machen deutlich, dass es auch eine menschenwürdige Form der Leihmutterschaft geben kann – wenn alle Beteiligten mit Respekt und Transparenz handeln.

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