Ein Kühlschrank ohne Strom – die Erde übernimmt die Kühlung. Erdkühlschränke versprechen Getränke auf natürliche Weise kühl zu halten. Es gibt sie fertig zu kaufen oder Heimwerker können sie selbst bauen. Doch wie gut funktioniert das wirklich? Ein Gartenexperte gibt Antworten.
Historische Wurzeln des Erdkühlschranks
Bevor es elektrische Kühlschränke gab, nutzten Menschen die kühlende Wirkung der Erde. Gemüse und Obst wurden in Erdmieten gelagert. Dazu hoben sie eine Grube aus, stützten und isolierten sie seitlich ab. Ein Deckel oder eine Plane schützte vor Nässe.
„Diese Methode ist altbewährt“, erklärt Torsten Brämer, Gartenexperte und Betreiber der größten deutschen Online-Garten-Community „Wir sind Garten“. „Auf diese Weise haben die Menschen ihre Ernte haltbar gemacht und über den Winter gebracht. Die Methode setzt auf die Isolationswirkung der Erde. Es handelt sich also nicht um einen richtigen Kühleffekt. Das ist vergleichbar mit einer klassischen Kühlbox, nur eben auf natürliche Weise.“
Moderne Erdkühlschränke für Getränke
Heute wird dieses Prinzip in moderner Form als Erdkühlschrank verkauft. Spezielle Rohre ermöglichen die senkrechte Lagerung von Getränkeflaschen in der Erde. Bier, Limonade und andere Getränke bleiben so kühl. Die Rohre gibt es in verschiedenen Größen und Längen. Im Inneren befindet sich ein Flaschenregal, das sich mit einem Griff herausziehen und versenken lässt. Ein Deckel schützt vor Nässe. Für den Einbau muss ein entsprechend tiefes Loch ausgehoben werden.
„Je tiefer man gräbt, desto größer ist die Kühlwirkung eines solchen Erdkühlschranks“, ergänzt Torsten Brämer.
Stromersparnis und Bauhinweise
Im Internet finden sich zahlreiche Bauanleitungen für den Selbstbau. Eine Baugenehmigung ist nicht nötig. Ideal ist ein schattiger und möglichst feuchter Platz im Garten. Wer hofft, damit viel Strom zu sparen, liegt laut dem Experten falsch. Die Getränke kommen meist bereits vorgekühlt aus dem normalen Kühlschrank. Der Erdkühlschrank sorgt lediglich dafür, dass die Flaschen länger kühl bleiben. Für aktives Herunterkühlen sind zusätzlich Eiswürfel oder Kühlakkus nötig – genau wie bei einer herkömmlichen Kühlbox.



