Im brandenburgischen Petzow liegt ein Gartenparadies, das Besucher in Staunen versetzt: 100 Jahre alte Weinstöcke ranken sich an alten Mauern empor, ein sogenannter Feengarten lockt mit magischen Pflanzen. Möglich gemacht hat dies ein Mann, der jahrzehntelang im Management von Rewe tätig war – und nun seine Leidenschaft für die Gartenkultur auslebt. Im Interview mit dem SPIEGEL erzählt er von seinen Erfahrungen und verrät, was Hobbygärtner von ihm lernen können.
Die Geschichte des Gartens
Der Schlossgarten Petzow blickt auf eine lange Historie zurück. Die 100 Jahre alten Weinstöcke wurden bereits von den Vorbesitzern des Anwesens gepflanzt. Der ehemalige Rewe-Manager übernahm das heruntergekommene Gelände vor mehr als einem Jahrzehnt und verwandelte es in ein blühendes Refugium. Mit viel Geduld und Fachwissen restaurierte er die historischen Anlagen und schuf den Feengarten, eine zauberhafte Ecke mit seltenen Stauden, Moosen und Farnen.
Die Philosophie des Gärtners
Der passionierte Gärtner betont, dass ein Garten nicht perfekt sein müsse. „Ein bisschen will ein Garten auch sein Eigenleben führen“, zitiert der SPIEGEL aus dem Interview. Diese Einstellung spiegelt sich in der naturnahen Bewirtschaftung wider: Er setzt auf Permakultur, verzichtet auf chemische Dünger und lässt der Natur ihren Lauf. „Ein Garten ist nie fertig, er entwickelt sich ständig weiter“, sagt er. Diese Haltung zieht sich durch alle Bereiche, von der Pflege der alten Reben bis zur Gestaltung neuer Beete.
Tipps für Hobbygärtner
Aus seinen Erfahrungen leitet der ehemalige Manager konkrete Ratschläge ab. Er empfiehlt, zunächst den Boden zu analysieren und standortgerechte Pflanzen auszuwählen. Wichtig sei auch, nicht zu viel zu gießen: „Pflanzen müssen sich ihre Wurzeln selbst suchen.“ Geduld sei die oberste Tugend – manche Stauden bräuchten zwei bis drei Jahre, um sich zu etablieren. Zudem rät er, immer Platz für Überraschungen zu lassen: „Manche der schönsten Momente im Garten sind Zufall.“
Der Schlossgarten Petzow ist mittlerweile ein Publikumsmagnet. Zahlreiche Besucher strömen jährlich herbei, um die uralten Weinstöcke und den Feengarten zu bestaunen. Der ehemalige Rewe-Manager bietet regelmäßig Führungen und Workshops an, um sein Wissen weiterzugeben. Sein Fazit: „Gärtnern ist eine Schule der Demut – und eine Quelle unendlicher Freude.“



