Schlafprobleme in Deutschland: Jeder Dritte betroffen
Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland leidet regelmäßig unter Schlafproblemen. Das geht aus einer aktuellen Befragung des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach berichteten 32 Prozent der Befragten von Durchschlafstörungen, rund jeder Sechste hat Probleme beim Einschlafen. Etwa jeder Zehnte gab an, unter beiden Formen zu leiden. Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter mehr als 14.000 Frauen und über 12.000 Männern im Jahr 2024.
Schlafqualität hat sich verschlechtert
Im Vergleich zu vor etwa 15 Jahren schlafen die Menschen in Deutschland im Durchschnitt schlechter. Zwischen 2008 und 2011 hatten rund 30 Prozent der Erwachsenen Schlafprobleme, 2024 waren es gut 35 Prozent. Dieser Anstieg ist signifikant. Die Autoren des Berichts führen dies auf mehrere Faktoren zurück: die verstärkte Nutzung von Smartphones, gesellschaftliche Krisen wie die Pandemie, der Klimawandel und militärische Konflikte könnten eine Rolle spielen.
Frauen sind häufiger betroffen
Die Studie zeigt, dass Frauen häufiger unter Schlafstörungen leiden als Männer. Experten erklären dies mit hormonellen Veränderungen, etwa während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Zudem haben Frauen ein höheres Risiko für Depressionen und Angststörungen, die oft mit Schlafproblemen einhergehen.
Insomnie als ernsthafte Erkrankung
Wenn Schlafprobleme länger anhalten und die Leistungsfähigkeit sowie die Lebensqualität beeinträchtigen, kann es sich um eine Insomnie handeln – eine krankhafte Schlafstörung. Diese erhöht das Risiko für psychische Störungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere negative Folgen.
RKI empfiehlt gute Schlafhygiene
Die Experten des RKI raten, bei anhaltenden Schlafproblemen ärztlichen Rat einzuholen. Zudem könne man durch gute Schlafhygiene gegensteuern: feste Schlafenszeiten, Verzicht auf Smartphone-Nutzung direkt vor dem Schlafengehen sowie kein Alkohol, Koffein oder Nikotin.
Die Daten stammen aus der Panel-Befragung „Gesundheit in Deutschland“, mit der das RKI regelmäßig die gesundheitliche Entwicklung der deutschsprachigen Bevölkerung in privaten Haushalten erfasst.



