Gefährliche Tierliebe: Warum Kinder Welpen nicht hochheben sollten
Gefährliche Tierliebe: Welpen richtig tragen

Ein kleiner Welpe tapselt durchs Wohnzimmer. Daneben sitzt ein Kind und möchte den Hund am liebsten sofort auf den Arm nehmen und kuscheln. Auch Kaninchen oder Meerschweinchen wecken oft den Wunsch nach Nähe. Doch genau das kann für die Tiere gefährlich werden.

Viele Tiere empfinden das Hochheben nicht als Zuwendung, sondern als Stress. Gerade junge Hunde und Kleintiere erschrecken leicht. Im schlimmsten Fall drohen schwere Verletzungen.

Warum Hochheben Tiere stresst

Für viele Tiere bedeutet Hochheben vor allem eines: Kontrollverlust. Sie verlieren den Boden unter den Pfoten und können nicht selbst bestimmen, wohin sie gehen. Besonders Kaninchen und Meerschweinchen empfinden das oft als Bedrohung, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. In der Natur verlieren sie den Bodenkontakt meist nur dann, wenn ein Fressfeind sie gepackt hat.

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Auch Welpen können sich erschrecken, wenn sie plötzlich von oben gegriffen werden. Viele zappeln, winden sich oder versuchen zu flüchten. Genau dabei passieren häufig Unfälle.

Welpen sind empfindlicher, als viele denken

Junge Hunde wirken oft robust, doch Knochen, Gelenke und Bänder befinden sich noch im Wachstum. Wer einen Welpen falsch hochhebt, etwa an den Vorderbeinen, am Nacken oder am Schwanz, kann Schmerzen und Verletzungen wie Zerrungen, Prellungen, Knochenbrüche oder Schäden an Gelenken und Wirbelsäule verursachen. Auch kleine Hunderassen sind anfällig.

Hinzu kommt die Gefahr eines Sturzes. Kann ein Kind den Welpen nicht sicher halten, rutscht das Tier schnell aus den Armen. Schon ein Sturz vom Sofa, vom Arm oder aus dem Stand kann schwere Folgen haben.

So wird ein Welpe richtig getragen

Muss ein Welpe hochgehoben werden, sollte dies ruhig und kontrolliert erfolgen. Dabei werden Brustbereich und Hinterteil mit beiden Händen gestützt und der Hund nah am Körper gehalten, damit er sich sicher fühlt und nicht abrutscht. Auch beim Absetzen sollte er vorsichtig bis zum Boden geführt werden, statt aus dem Arm zu springen.

Für kleinere Kinder ist das Hochheben meist keine gute Idee. Oft fehlen Kraft, Ruhe und Körperkontrolle. Sicherer ist es, wenn das Kind auf dem Boden sitzt und der Welpe unter Aufsicht eines Erwachsenen auf den Schoß gesetzt wird.

Kleintiere sind besonders gefährdet

Bei Kaninchen, Meerschweinchen und anderen Kleintieren ist besondere Vorsicht geboten. Viele Tiere empfinden das Hochheben als stressig. Aus Angst versuchen sie zu flüchten und können sich dabei schwer verletzen. Deshalb sollten sie nur bei Bedarf, etwa für den Transport oder einen Tierarztbesuch, hochgenommen werden. Dabei müssen Brust, Bauch und Hinterteil mit beiden Händen gestützt werden. Das Hochheben an Ohren, Beinen oder dem Nackenfell ist tabu, da es Schmerzen verursacht und tierschutzwidrig sein kann.

Diese Regeln sollten Eltern kennen

Kinder sollten früh lernen, dass Tiere eigene Bedürfnisse haben. Sie dürfen nicht einfach gepackt, festgehalten oder herumgetragen werden.

  • Kinder und Tiere niemals unbeaufsichtigt lassen.
  • Schlafende oder fressende Tiere nicht stören.
  • Tiere nicht jagen, festhalten oder bedrängen.
  • Nur ruhig und sanft streicheln.
  • Hochheben nur durch Erwachsene oder unter direkter Anleitung.

Kinder können auch ohne Hochheben eine enge Bindung zu Haustieren aufbauen. Beim Füttern, bei ruhigen Streicheleinheiten oder beim gemeinsamen Aufenthalt auf dem Boden lernen Tiere Vertrauen. Für Welpen ist das oft viel wertvoller als jeder Kuschelmoment auf dem Arm.

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