Viele Reiter wünschen sich ein Pferd, das ihnen vertraut und gerne ihre Nähe sucht. Doch Zuneigung zeigt sich bei Pferden oft anders, als Menschen erwarten. Entscheidend sind ein verständnisvoller Umgang und die Fähigkeit, die Signale des Tieres richtig zu lesen.
Pferde nehmen unsere Gefühle wahr
Pferde reagieren äußerst sensibel auf menschliche Emotionen. Eine Studie der Psychologin Agnieszka Sabiniewicz zeigte, dass Pferde Angst- und Glücksgerüche von Menschen unterscheiden können. Bei Angst reagierten sie wachsamer, bei positiven Emotionen entspannter. Auch Körpersprache, Mimik, Stimme und Bewegungen nehmen sie genau wahr, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. Sicherheit und Verlässlichkeit sind für das Fluchttier daher besonders wichtig.
Können Pferde Menschen lieben?
Ob Pferde Menschen lieben können, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Pferdeverhaltensexpertin Dr. Vivian Gabor hält den Begriff Liebe für zu abstrakt und warnt davor, Pferde zu vermenschlichen. Wildpferdeforscher Marc Lubetzki ist hingegen überzeugt, dass Pferde Zuneigung für Menschen empfinden können. Diese zeige sich vor allem darin, dass sie freiwillig die Nähe eines Menschen suchen – nicht unbedingt direkt, aber oft in dessen Umfeld bleiben.
Woran man Zuneigung erkennt
Ein Pferd kann Zuneigung zeigen, indem es sich parallel zum Menschen stellt, wie Pferde es auch untereinander auf der Weide tun. Auch gemeinsame „Fellpflege“ kann ein Hinweis sein: Manche Tiere zeigen durch leichtes Knabbern oder bestimmte Körperstellen, an denen sie geputzt werden möchten, dass sie Kontakt suchen.
So wächst Vertrauen
Der wichtigste Schritt ist Ruhe. Wer gestresst zum Stall kommt, überträgt seine Anspannung oft auf das Pferd. Ebenso wichtig ist es, die Körpersprache des Tieres zu beobachten und Stresssignale zu erkennen.
Vertrauen entsteht außerdem durch klares Training mit wiederkehrenden Abläufen. Dr. Gabor empfiehlt Bodenarbeit, um die eigene Körpersprache bewusster einzusetzen und dem Pferd Orientierung zu geben. Abwechslungsreiche Übungen, regelmäßige Pausen und gemeinsame Ruhephasen stärken zusätzlich die Beziehung.
Letztlich entsteht eine harmonische Bindung nicht durch Druck, sondern durch Zeit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, sich auf die Kommunikation des Pferdes einzulassen.



