Comeback des Arschgeweihs: Vom Schlampenstempel zum Female Empowerment
Arschgeweih: Vom Schlampenstempel zum Female Empowerment

Harald Martenstein (72) widmet sich in seiner täglichen BILD-Kolumne einem überraschenden Phänomen: dem Comeback des Arschgeweihs. Das Tattoo oberhalb des Gesäßes, das in den 1990er und 2000er Jahren seine Blütezeit erlebte, ist plötzlich wieder angesagt – und diesmal ohne den früheren Sexismus-Verdacht.

Die Renaissance des Arschgeweihs

Martenstein erinnert sich: „Ich hätte niemals gedacht, dass du mal ein Comeback feierst. Deine große Zeit waren die 90er und die Nullerjahre.“ Tatsächlich wurde im Jahr 2004 in BILD die erste und bisher einzige deutsche „Miss Arschgeweih“ gewählt – ein Titel, den Frauen damals offenbar erstrebenswert fanden. In der Schweiz sei der Ausdruck „Schlampenstempel“ üblich gewesen, so Martenstein. Heute jedoch sei das Arschgeweih das „coolste Fashion-Statement überhaupt“. Es werde mit tief sitzenden Low-Rise-Jeans oder bauchfreien Oberteilen kombiniert, wie man sie bei Prominenten wie Hailey Bieber und Miley Cyrus sieht. Der Kolumnist merkt an: „Du stehst auch nicht mehr unter Sexismusverdacht. Laut meiner KI drückst du neuerdings 'female Empowerment' aus. So nennt man aktuell das Gegenteil von Sexismus.“

Vom Sexismus-Vorwurf zum Empowerment

Das Arschgeweih gehört laut Martenstein zum Retrotrend der 2000er, zu dem „in gewisser Weise auch Friedrich Merz“ zähle. Die Ironie der Entwicklung: Während das Tattoo heute als Symbol weiblicher Selbstbestimmung gilt, haben die meisten früheren Trägerinnen es inzwischen entfernen lassen. Martenstein berichtet von seiner Strand-Recherche während eines zweiwöchigen Urlaubs: „Der Kernbestand der Generation Arschgeweih müsste heute ja meist in seinen Fünfzigern bis Sechzigern sein. Die haben sich ihr Ding aber fast alle wegmachen lassen. Jetzt wären sie wieder cool! Dumm gelaufen.“

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Was wurde aus Miss Arschgeweih 2004?

Martenstein stellt eine konkrete Frage an die Redaktion: „Was wurde aus Miss Arschgeweih 2004? Könnte man die nicht mal mit Miley Cyrus zusammenbringen?“ Der Vorschlag unterstreicht den satirischen Ton der Kolumne, die das modische Revival aus einer persönlichen und leicht nostalgischen Perspektive betrachtet. Der Kolumnist schließt mit den Worten: „Herzlich, Harald Martenstein.“

Der Beitrag zeigt, wie sich gesellschaftliche Wahrnehmungen wandeln können – von einem als anstößig geltenden Körperschmuck zu einem Ausdruck von Empowerment, getragen von Global Stars. Ob die einstige Miss Arschgeweih 2004 tatsächlich auf Miley Cyrus trifft, bleibt offen.

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