Bauzinsen aktuell: Sparpotenzial durch Zinsvergleich im Juni 2026
Bauzinsen Juni 2026: Sparpotenzial durch Zinsvergleich

Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte die Entwicklung der Bauzinsen genau verfolgen: Auch kleine Zinsänderungen wirken sich auf die monatliche Rate einer Baufinanzierung aus. Im Juni 2026 haben viele Banken ihre Konditionen angepasst. Zudem hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag die Zinswende eingeleitet und den Leitzins erhöht. Ein Beispiel zeigt, welche Auswirkungen das auf die Bauzinsen haben kann.

Aktuelle Bauzinsen der Woche: Günstigste Angebote im Überblick

Wer aktuell eine Baufinanzierung sucht, stößt auf ein uneinheitliches Marktbild: Die Konditionen der Kreditvermittler unterscheiden sich teils erheblich. Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Unterschiede: Ein Paar möchte eine Bestandsimmobilie für 400.000 Euro kaufen und bringt 80.000 Euro Eigenkapital mit. Finanziert werden soll mit einer Zinsbindung von zehn Jahren und einer anfänglichen Tilgungsrate von zwei Prozent.

  • Dr. Klein: Effektiver Jahreszins 3,79 %, monatliche Rate 1.672 Euro
  • Interhyp: Effektiver Jahreszins 3,84 %, monatliche Rate 1.687 Euro
  • DTW Immobilienfinanzierung: Effektiver Jahreszins 3,96 %, monatliche Rate 1.717 Euro
  • Baufi24: Effektiver Jahreszins 4,01 %, monatliche Rate 1.733,60 Euro

Das günstigste Angebot kommt von Dr. Klein, mit einem effektiven Zinssatz von 3,79 Prozent und einer Rate von 1.672 Euro. Danach folgt Interhyp mit einem Zinssatz von 3,84 Prozent und einer monatlichen Rate von rund 1.687 Euro. Dieses Angebot ist also rund 15 Euro teurer. Eine größere Differenz gibt es im Vergleich zur DTW Immobilienfinanzierung. Hier liegt der Jahreszins bei 3,96 Prozent, die monatlichen Kosten belaufen sich auf 1.717 Euro. Das Schlusslicht bildet die Baufi24 mit einem effektiven Jahreszins von 4,01 Prozent und einer monatlichen Rate von 1.733 Euro. Das Angebot liegt rund 61 Euro über dem von Dr. Klein.

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EZB erhöht Leitzins: Auswirkungen auf Bauzinsen

Wie von mehreren Finanzprofis erwartet, hat die EZB die Zinswende eingeläutet und den Leitzins erhöht. Damit steigt der für Anleger relevante Einlagenzins wieder auf 2,25 Prozent. Das hat auch Auswirkungen auf Verbraucher: Zum einen werden Sparprodukte wie Tagesgeld und Festgeld besser verzinst. Zum anderen werden Kredite wieder teurer – was indirekt auch die Bauzinsen beeinflusst. Allerdings sind solche Entscheidungen häufig bereits durch Markterwartungen eingepreist. Bereits im Mai zeigte sich ein Peak bei den Konditionen für Baufinanzierungen, wie eine aktuelle Analyse des Kreditvermittlers Dr. Klein zeigt. Auch für die kommenden Monate erwarten die Zinsexperten Schwankungen bei den Bauzinsen: Kurzfristig prognostizieren sie eine Seitwärtsbewegung mit Schwankungen, mittelfristig eine Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz.

Expertenmeinung zur EZB-Sitzung

Laut Zinsexperte Florian Pfaffinger vom Kreditvermittler Dr. Klein stehen die Währungshüter vor einem Zielkonflikt: Eine Zinserhöhung würde zwar der steigenden Inflation entgegenwirken, zugleich aber die ohnehin schwächelnde Konjunktur im Euroraum belasten. „Es ist ein Balanceakt für die EZB“, sagt Pfaffinger. Bislang hätten die Währungshüter abgewartet, wie sich die Folgen der Nahostkrise auf die europäischen Wirtschaftsdaten auswirken. Nun rechnet er damit, dass die EZB diese Haltung zeitnah aufgibt und die Leitzinsen voraussichtlich um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Der repräsentative Zins von Dr. Klein für eine zehnjährige Baufinanzierung pendelte im Vormonat zwischen 3,47 und 3,69 Prozent – aktuell liegt er bei 3,50 Prozent. „Die Dynamik bei den Baufinanzierungszinsen hat deutlich zugenommen“, so Pfaffinger. „Nichtsdestotrotz ist das Zinsniveau nach wie vor attraktiv. Wer seine Wunschimmobilie gefunden hat, dem rate ich daher weiterhin, nicht auf sinkende Zinsen zu spekulieren – die werden wir aller Voraussicht nach so schnell nicht sehen.“

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ING bietet neuen Bauzinsen-Rabatt

Nachdem die ING bereits zum Monatsstart ihre Konditionen für Baufinanzierungen gesenkt hat, bietet sie nun einen weiteren Zinsvorteil: Für Darlehen ab 200.000 Euro gewährt die ING einen Zinsrabatt von 0,10 Prozentpunkten. Das Angebot gilt sowohl für Neu- als auch für Anschlussfinanzierungen und lässt sich mit der Baufi Energy, der Baufinanzierung Green sowie regionalen Zinsrabatten kombinieren. Ausgenommen sind Forward-Darlehen, Prolongationen, Zwischenfinanzierungen und weitere Finanzierungen einschließlich der Aufbaufinanzierung.

Neue Bauzinsen bei der Allianz

Zum Monatsstart im Juni hat die Allianz ihre Konditionen für Baufinanzierungen gesenkt. Laut repräsentativem Beispiel liegt der gebundene Sollzins bei 4,67 Prozent p. a., der effektive Jahreszins bei 4,80 Prozent. Bei einem Nettodarlehensbetrag von 150.000 Euro entsteht eine monatliche Rate von 833,75 Euro. Die anfängliche Tilgung liegt bei 2 Prozent und der Beleihungsauslauf bei 80 Prozent des Marktwerts. Neu ist außerdem ein Sollzinsrabatt für KfW-Darlehen: Wer bis zum 30. Juni 2026 eine Allianz-Baufinanzierung in Kombination mit bestimmten KfW-Programmen abschließt, erhält einen Zinsabschlag von 0,20 Prozentpunkten. Der Rabatt gilt für die KfW-Programme 124, 261, 297, 298, 300, 308, 358 und 359 – allesamt Förderprogramme für energieeffizientes Wohnen.

Kaufende halten monatliche Rate trotz steigender Bauzinsen stabil

Eine Auswertung des Baufinanzierungsvermittlers Baufi24 ergab, dass der durchschnittliche effektive Jahreszins im vergangenen Monat über die Vier-Prozent-Schwelle geklettert ist. Demnach waren im Mai 4,02 Prozent für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung fällig. Im April lagen die Bauzinsen noch bei 3,93 Prozent. Der Durchschnittszins über alle Laufzeit stieg von 3,92 auf 4,04 Prozent. „Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe schwankte im Mai zwischen 2,95 und 3,17 Prozent und zog damit die Bauzinsen über die 4-Prozent-Marke“, sagt Baufi24-Geschäftsführer Oliver Kohnen. Die monatlichen Belastungen gingen allerdings nur geringfügig nach oben. Kundinnen und Kunden des Baufinanzierungsvermittlers bezahlten im Mai 1.443 statt 1.432 Euro pro Monat, auf Jahressicht also nur 132 Euro mehr. Dass der Anstieg nur so klein ausfiel, hatte vor allem zwei Gründe: Im Mai senkten Kreditnehmende die durchschnittliche Darlehenssumme von 304.723 auf 302.842 Euro und brachten mit 114.544 statt 112.262 Euro im Schnitt auch mehr Eigenkapital ein. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote wuchs damit um 0,5 Prozentpunkte auf 27,4 Prozent. „Eine spürbare Entlastung bei Zinsen oder Immobilienpreisen ist kurzfristig nicht zu erwarten“, prognostiziert Kohnen. Die Volatilität, Kaufpreise und die geldpolitischen sowie wirtschaftliche Unsicherheit blieben hoch.

ING-Bauzinsen sinken erneut

Kurz nach der Zinssenkung Ende Mai folgt bei der ING direkt die nächste: Die Direktbank hat heute bekanntgegeben, dass die Zinssätze über alle Laufzeitbindungen um fünf Basispunkte sinken. Damit liegen die Bauzinsen bei der ING wieder auf dem Niveau von vor der Erhöhung Mitte Mai. Für die monatliche Rate bedeutet das eine kleine Entlastung: Im repräsentativen Beispiel geht die Bank von einer Finanzierung von 300.000 Euro über 15 Jahre mit einer anfänglichen Tilgung von 3,0 Prozent aus. Die Beleihung beträgt bis zu 85 Prozent des Kaufpreises. Unter diesen Annahmen sinkt der Sollzins von 4,25 Prozent auf 4,20 Prozent jährlich, der effektive Jahreszins reduziert sich von 4,36 auf 4,31 Prozent pro Jahr. Daraus ergibt sich eine monatliche Rate von 1.800 Euro. Die Belastung ist damit 12,50 Euro niedriger als zuvor. Aufs Jahr gerechnet bleibt immerhin eine Ersparnis von 150 Euro.

ING legt Rückwärtsgang bei Bauzinsen ein

Nach einer Erhöhung Mitte Mai treten die Zinsen für Immobilienkredite bei der ING wieder den Rückwärtsgang an. Die Direktbank senkt die Zinssätze über alle Zinsbindungen um sieben Basispunkte. Damit liegen die Bauzinsen zwar immer noch fünf Basispunkte höher als vor dem jüngsten Anstieg, eine Entlastung bei der monatlichen Rate zeigt sich trotzdem. Im repräsentativen Beispiel geht die Bank von einer Kreditsumme in Höhe von 300.000 Euro bei einer Beleihung von 85 Prozent aus. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre bei einer anfänglichen Tilgung von 3,0 Prozent. Der Sollzins sinkt von 4,32 auf 4,25 Prozent jährlich, der effektive Jahreszins von 4,43 auf 4,36 Prozent. Die monatliche Belastung reduziert sich dadurch um 1.830 Euro auf 1.812,50 Euro. Das ist immerhin eine Ersparnis von 210 Euro jährlich bei gleichbleibender Tilgung.

Neue Zinsen für Immobilienkredite bei der PSD Bank Nürnberg

Aktuell zeigt die Zinsbewegung bei den Bauzinsen wieder leicht nach oben. Nach der ING steigen auch die Konditionen bei der PSD Bank Nürnberg, die als Vermittler für Immobilienkredite auftritt und mit mehreren Anbietern zusammenarbeitet. Nach der Erhöhung Anfang Mai ist das schon der zweite Zinsschritt des Geldhauses innerhalb eines Monats. Der effektive Zins im repräsentativen Beispiel der Bank steigt um 3 Basispunkte von 3,6 Prozent auf 3,63 Prozent. Dem sogenannten Zweidrittelzins der PSD Bank liegen folgende Annahmen zugrunde: Eine Gesamtfinanzierung von 300.000 Euro, zehn Jahre Zinsbindung und eine anfängliche Tilgungsrate von einem Prozent. Daraus resultiert eine monatliche Belastung von 1.367,47 Euro (zuvor: 1.340,89 Euro). Es ergeben sich also Mehrkosten von rund 16 Euro.

FAQ zu Bau-, Auto- und Ratenkrediten

Was ist ein Baukredit?

Ein Baukredit ist ein Darlehen, das speziell für die Finanzierung von Bauvorhaben oder den Kauf von Immobilien vorgesehen ist. Die Zinssätze sind oft über einen längeren Zeitraum festgeschrieben, um Planungssicherheit zu gewährleisten.

Wie unterscheiden sich Auto- und Ratenkredite?

Autokredite sind speziell für die Finanzierung von Fahrzeugen gedacht. Sie bieten oft günstigere Zinssätze und spezifische Konditionen. Ratenkredite hingegen sind vielseitiger und können für verschiedene Konsumzwecke verwendet werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Zinssätze für Kredite?

Die Zinssätze für Kredite werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu gehören die Leitzinsen der EZB, die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers und die spezifischen Konditionen der Bank.

Kann ich mehrere Kredite gleichzeitig haben?

Ja, es ist möglich, mehrere Kredite gleichzeitig zu haben. Allerdings sollten Verbraucher und Verbraucherinnen ihre finanzielle Belastbarkeit sorgfältig prüfen und Angebote vergleichen, um die besten Konditionen zu erhalten.

Wie sicher sind die Kredite bei verschiedenen Banken?

In Deutschland sind alle Bankeinlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Dies gilt jedoch nicht für Kredite: Hier ist die Bonität des Kreditnehmers entscheidend.