Mietmarkt im Wandel: Möblierte Wohnungen boomen, reguläre Angebote schrumpfen
Mietmarkt im Wandel: Möblierte Wohnungen boomen, reguläre Angebote schrumpfen

Der deutsche Mietmarkt verändert sich grundlegend: Während die Zahl regulärer Mietangebote in den großen Städten seit 2015 um 22 Prozent gesunken ist, hat sich das Segment möblierter, unbefristeter Wohnungen mehr als verdreifacht. Das geht aus Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor, die im Rahmen des Mietindex GREIX erhoben wurden.

In den 37 untersuchten Städten und Regionen, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte, sank die Zahl der regulären Inserate auf 285.000. Besonders stark fiel der Rückgang in Münster und Potsdam aus, wo die Angebote im Vergleich zu 2015 um 50 bis 55 Prozent zurückgingen. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Zahl möblierter, unbefristeter Angebote in den acht größten Städten von rund 7.500 im Jahr 2015 auf etwa 23.000 im vergangenen Jahr – ein Plus von über 200 Prozent.

Jonas Zdrzalek, Projektleiter des GREIX am IfW, betont: „Reguläre Inserate sind seit 2015 um über ein Fünftel zurückgegangen, während möblierte unbefristete Angebote sich in den Metropolen mehr als verdreifacht haben. Wer heute in einer Großstadt über die gängigen Plattformen eine Wohnung sucht, trifft zunehmend auf Konditionen, die vor zehn Jahren noch eine Ausnahme waren.“

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Das Segment Wohnen auf Zeit – befristete, meist möblierte Angebote – wuchs ebenfalls, jedoch seit 2018 nur noch moderat um 8,4 Prozent in den Metropolen und 7,1 Prozent im gesamten GREIX-Index. Insgesamt dominieren reguläre Mietangebote mit einem Anteil von 73 Prozent im gesamten GREIX und 63 Prozent in den Top-8-Städten, doch dieser Anteil schrumpft kontinuierlich.

Möblierte Mietwohnungen stehen in der Kritik, da Vermieter damit die Mietpreisbremse umgehen können. Das Ifo-Institut schätzt den Anteil befristet vermieteter möblierter Wohnungen am gesamten Markt jedoch auf maximal 0,8 Prozent. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant, die Vermietung auf Zeit stärker zu regulieren, unter anderem durch eine Höchstgrenze von sechs Monaten und einen Möblierungszuschlag von maximal fünf Prozent der Nettokaltmiete.

Insgesamt beobachtet das IfW eine Abschwächung der Mietanstiege: Im ersten Quartal legten die Angebotsmieten im Bundesschnitt nominal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, im Jahresvergleich um 2,9 Prozent – die niedrigste Rate seit Ende 2021.

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