Privat fürs Alter vorzusorgen, wird oft aufgeschoben. Doch auch mit über 50 Jahren gibt es noch Wege, für den Ruhestand zu sparen. Ein Riester-Vertrag kann eine Option sein, um die gesetzliche Rente aufzubessern.
Wer kann noch einen Riester-Vertrag abschließen?
Generell kann jeder, der in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, in diesem Jahr noch eine Riester-Rente abschließen. Ab 2027 wird die Riester-Rente durch neue Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge ersetzt. Wer vier Prozent seines Bruttoeinkommens des Vorjahres in den Riester-Vertrag einzahlt, erhält vom Staat eine Grundzulage von 175 Euro. Für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es eine Kinderzulage von 300 Euro beziehungsweise 185 Euro, wenn das Kind vor 2008 geboren wurde.
Staatliche Zulagen machen Riester-Rente attraktiv
Laut Verbraucherschützern kann sich die Riester-Rente besonders für Geringverdiener und Familien mit mindestens zwei Kindern lohnen. Der Staat übernimmt dann einen großen Teil der Beiträge, sodass der Eigenanteil gering ausfällt. Die staatlichen Zulagen werden auf den Eigenbeitrag angerechnet, was die finanzielle Belastung reduziert.
Rentabilität hängt vom Einzelfall ab
Ob sich ein Riester-Vertrag ab 50 plus lohnt, ist individuell verschieden. „Im Einzelfall kann das von Vorteil sein“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. Wer jedoch in wenigen Jahren in Rente geht, sollte alternative Lösungen in Betracht ziehen. Hohe Abschluss- und Verwaltungskosten können bei kurzer Anlagedauer die Rendite schmälern. Eine Alternative könnte ein breit gestreuter Aktien-ETF sein.
Nachteile der Riester-Rente
Ein weiterer Kritikpunkt: Die Versicherer kalkulieren vorsichtig, sodass Versicherte je nach Tarif 95 bis 150 Jahre alt werden müssten, um das gesamte Ersparte ausgezahlt zu bekommen. Das Restguthaben ist nicht vererbbar, was bei der Zwangsverrentung oft zu Verlusten führt. Experten empfehlen daher den Auszahlplan des neuen Altersvorsorgedepots.



