Die AfD hat im Berliner Zentrum Büroräume in einem Gebäude angemietet, das nur rund 100 Meter vom bekannten Fetisch-Klub „KitKat“ entfernt liegt. Das berichtete der Tagesspiegel am Freitag unter Berufung auf Parteikreise. In dem Gebäude Am Köllnischen Park 1 in Berlin-Mitte sollen künftig Dutzende Mitarbeiter der rechtsextremen Partei arbeiten.
Bürofläche für 32.000 Euro monatlich
Laut „Bild“-Zeitung hat die AfD die fünfte Etage des Hauses mit rund 1600 Quadratmetern Bürofläche gemietet. Die monatliche Miete beträgt demnach etwa 32.000 Euro. Weitere Mieter des Gebäudes sind die Berliner Stadtwerke, die Hilfsorganisation Oxfam Deutschland sowie der Arbeiter- und Samariterbund (ASB).
Die Nähe zum KitKat-Club, in dem Techno-Partys mit offener Sexualität gefeiert werden, sorgt offenbar für Unmut unter AfD-Mitarbeitern. Laut „Bild“ hätten sie Bedenken geäußert, mit Club-Besuchern in Konflikt zu geraten. AfD-Kreise bestätigten die Sorge vor möglichen Auseinandersetzungen.
Suche nach Bundesgeschäftsstelle dauert an
Parallel zur Anmietung der Büros in Mitte sucht die AfD weiterhin eine neue Immobilie für ihre Bundesgeschäftsstelle. Diese befindet sich derzeit noch in Wittenau im Bezirk Reinickendorf, muss aber in wenigen Monaten geräumt werden. Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit dem Vermieter, der nach einer Wahlparty im Februar 2025 eine fristlose Kündigung gefordert hatte.
Das Berliner Landgericht entschied im September 2025, dass die AfD ihre Bundesgeschäftsstelle zum 30. September 2026 räumen muss – früher als im Mietvertrag vorgesehen. Den restlichen Bereich muss die Partei spätestens zum 31. Dezember 2026 verlassen haben. Das Gericht sah einen Verstoß gegen Vertragsvorgaben, da die Wahlparty im Innenhof des Bürogebäudes stattgefunden hatte.
Schwierige Suche nach repräsentativem Sitz
Der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk hatte im vergangenen Jahr erklärt, die Partei suche einen repräsentativeren Sitz in einem Radius von drei bis dreieinhalb Kilometern zum Bundestag. Allerdings ist die rechtsextreme Partei bei vielen Vermietern nicht willkommen. Die Wahlparty nach der Bundestagswahl 2025 fand damals an der Bundesgeschäftsstelle statt, weil sich keine anderen Räume finden ließen.



