AfD-Parteitag: Weidel mit 81,3 Prozent als Chefin bestätigt
AfD-Parteitag: Weidel mit 81,3 Prozent bestätigt

Beim Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in Riesa ist Alice Weidel mit 81,3 Prozent der Stimmen als Co-Vorsitzende bestätigt worden. Die 44-jährige Volkswirtin erhielt damit ein deutliches Votum der Delegierten, obwohl es im Vorfeld Diskussionen um ihren Führungsstil gegeben hatte.

Ergebnis der Wahl und Reaktionen

Weidel erhielt 367 Ja-Stimmen bei 86 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen. Damit liegt ihr Ergebnis leicht unter dem von 2022, als sie mit 82,7 Prozent wiedergewählt worden war. „Ich danke den Delegierten für das Vertrauen“, sagte Weidel nach der Wahl. „Die AfD ist auf einem guten Weg, aber wir müssen noch geschlossener auftreten.“

Der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla, der bereits am Freitag ohne Gegenkandidaten mit 82,4 Prozent bestätigt worden war, gratulierte Weidel. „Wir werden weiterhin gemeinsam für eine Politik der Vernunft kämpfen“, so Chrupalla.

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Debatten um Kurs und Strategie

Der Parteitag in Riesa war von Diskussionen über den künftigen Kurs der AfD geprägt. Während der gemäßigtere Flügel um Weidel auf eine breitere Wählbarkeit setzt, fordern radikalere Kräfte eine stärkere Profilierung in der Migrations- und Europapolitik. Weidel betonte in ihrer Rede: „Wir sind eine Volkspartei, die für alle Bürger da ist – nicht nur für eine Klientel.“

Ein Antrag des Bundesvorstands, der eine Ablehnung von Koalitionen mit anderen Parteien festschreiben sollte, wurde nach kontroverser Debatte zurückgezogen. Stattdessen einigte man sich auf einen Kompromiss, der eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien nicht grundsätzlich ausschließt, aber an Bedingungen knüpft.

Wirtschaftspolitische Akzente

Ein Schwerpunkt des Parteitags war die Wirtschaftspolitik. Die AfD fordert eine Rückkehr zur D-Mark und den Austritt aus der Eurozone. „Der Euro ist ein gescheitertes Projekt, das Deutschland Milliarden kostet“, erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Leif-Erik Holm. Die Delegierten stimmten einem Leitantrag zu, der eine „soziale Marktwirtschaft ohne Euro“ vorsieht.

Kritik kam von Ökonomen. „Ein Austritt aus der Eurozone wäre wirtschaftlich fatal und würde Deutschland international isolieren“, sagte Professor Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft. Die AfD hält dagegen: „Die Bürger haben ein Recht auf stabile Währung und niedrige Inflation.“

Ausblick auf die Europawahl

Der Parteitag diente auch der Vorbereitung auf die Europawahl 2024. Die AfD will ihre Mandate im Europaparlament deutlich ausbauen. Spitzenkandidat ist der bisherige Europaabgeordnete Maximilian Krah. „Wir werden in Brüssel für nationale Souveränität und gegen die EU-Bürokratie kämpfen“, so Krah.

Umfragen sehen die AfD bundesweit bei etwa 20 Prozent. In Ostdeutschland liegt sie sogar bei über 30 Prozent. Die Partei hofft, bei der Europawahl zweistellige Ergebnisse zu erzielen und zur stärksten Kraft im Osten zu werden.

Einheit und Geschlossenheit

Zum Abschluss des Parteitags appellierten Weidel und Chrupalla an die Geschlossenheit der Partei. „Nur wenn wir zusammenstehen, können wir die politische Wende in Deutschland einleiten“, sagte Weidel. Der Bundesvorstand wurde mit großer Mehrheit entlastet.

Der AfD-Parteitag in Riesa endete am Sonntag nach zweitägigen Beratungen. Die nächste reguläre Bundesversammlung ist für 2025 geplant.

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