DIW-Studie: AfD-Politik kostet Sachsen-Anhalter 1600 Euro pro Kopf
AfD-Politik kostet Sachsen-Anhalter 1600 Euro pro Kopf

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer neuen Studie die wirtschaftlichen Folgen einer Umsetzung des AfD-Programms untersucht. Das Ergebnis: Regionen mit hohem AfD-Stimmenanteil, wie Sachsen-Anhalt, würden besonders stark leiden. DIW-Präsident Marcel Fratzscher beziffert die jährlichen Einkommensverluste pro Kopf auf rund 1600 Euro. Zudem seien rund 10.000 Arbeitsplätze gefährdet.

Nationale Schocks durch AfD-Politik

Fratzscher warnt vor „nationalen Schocks“, die durch die AfD-Forderungen ausgelöst würden. Dazu zählen ein Ausstieg aus der EU und dem Euro, Abschottung, Grenzschließungen, der Abbau staatlicher Institutionen sowie Investitions- und Leistungskürzungen. Diese Maßnahmen würden die Lage der meisten Menschen messbar verschlechtern. Die Studie basiert auf einem Szenario, das auf wissenschaftlichen Zahlen beruht und keine präzise Prognose darstellt.

Besonders betroffen: Regionen mit hoher AfD-Zustimmung

Besonders anfällig sind laut DIW Gegenden mit kleinteiliger Wirtschaft und vielen gering qualifizierten Beschäftigten – genau jene Regionen, in denen die AfD besonders erfolgreich ist. In Sachsen-Anhalt, wo die AfD vor der Landtagswahl am 6. September in Umfragen führt, würden die Einkommensverluste doppelt so hoch ausfallen wie im Bundesdurchschnitt. Die größten Verluste von bis zu acht Prozent drohen im Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und im Salzlandkreis.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Volkswirtschaftliche Folgen

Über einen Zeitraum von fünf Jahren würde das Wirtschaftswachstum bundesweit um etwa sechs Prozentpunkte zurückgehen, die Inflation um gut fünf Prozentpunkte steigen und die Arbeitslosigkeit um zwei Prozentpunkte zulegen. Entscheidende Faktoren sind die geforderten Zuwanderungsstopps und staatlichen Kürzungen. Einen Austritt aus Euro und EU könnte eine AfD-geführte Bundesregierung jedoch nicht ohne Weiteres umsetzen.

Abwärtsspirale der Unzufriedenheit

Fratzscher sieht eine gefährliche Dynamik: „Unzufriedenheit schürt AfD-Unterstützung, aber AfD-Politik verschärft die Probleme weiter und führt in eine Abwärtsspirale.“ Der Partei werde das kaum schaden, da sie von der anhaltenden Unzufriedenheit profitiere. Wirtschaftsverbände warnen bereits eindringlich vor den AfD-Plänen und bezeichnen die Partei nicht als Wirtschaftspartei.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration