Der Berliner Christopher Street Day (CSD) hat die Teilnahme der Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) als offizielle Fußgruppe bei der diesjährigen Parade abgelehnt. Der Veranstalter, der Berliner CSD e. V., teilte mit, die Anmeldung des BSW sei „nicht mit den Grundsätzen, Zielsetzungen und dem Selbstverständnis des Berliner CSD vereinbar“. Das BSW kritisierte die Entscheidung umgehend.
Gründe für den Ausschluss
Der Berliner CSD e. V. erklärte, dass über die Zulassung von Organisationen und Gruppen als offizielle Fußgruppe der Verein als Demonstrations-Anmelder auf Grundlage seines Selbstverständnisses entscheide. Ziel sei die Förderung der Rechte, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung von LSBTIQ-Menschen sowie die Solidarität besonders mit trans-, intergeschlechtlichen und nicht-binären Menschen. Der Vorstand sah bei der BSW grundlegende Unterschiede in diesen Zielen.
Reaktion des BSW
Der Berliner BSW-Landesvorsitzende und Abgeordnete Alexander King kritisierte die Entscheidung deutlich: „Wir wären gerne beim CSD mitgelaufen und bedauern die Absage. Wir haben ein Gespräch angeboten, aber keine Antwort darauf erhalten. Die Absage drückt aus, dass wichtige gesellschaftliche Anliegen zunehmend parteipolitisch und ideologisch vereinnahmt werden.“ King betonte, der Vorstand des CSD habe seine Begründung sehr vage gehalten. Das BSW sei „in keiner Weise queerfeindlich eingestellt“. Die kritische Haltung zu bestimmten Sprachreformen oder rein symbolpolitischen Maßnahmen sei keine Ablehnung gegenüber der Community. Man sei vielmehr überzeugt, dass gesellschaftliche Anerkennung durch Haltung, politisches Handeln und den Abbau von Benachteiligungen entstehe, statt durch formale Debatten. King wies zudem darauf hin, dass andere Parteien wie CDU und SPD offiziell mitlaufen dürften.
Hintergrund und Termin
Die Berliner Parade zum Christopher Street Day mit Zehntausenden Teilnehmern findet in diesem Jahr am 25. Juli statt. Sie erinnert an die Rebellion homosexueller Menschen im Jahr 1969 in der New Yorker Christopher Street gegen die damals übliche Polizeiwillkür. Der CSD Berlin e. V. betonte, dass die Entscheidung über die Teilnahme auf Basis der eigenen Grundsätze getroffen werde, um die Interessen der LSBTIQ-Community zu wahren.



