Der frühere Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wird ab dem 1. August 2026 als Senior Advisor für die dänische Investmentgesellschaft Urban Partners tätig sein. Das Unternehmen mit Sitz in Kopenhagen gab dies in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Habeck soll die Forschungsaktivitäten des Unternehmens vorantreiben, insbesondere in den Bereichen Stadtentwicklung und der Frage, wie privates Kapital den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum in schnell wachsenden städtischen Gebieten unterstützen kann.
Hintergrund und Aufgaben
Urban Partners, 2005 unter dem Namen Nerp gegründet, verwaltet nach eigenen Angaben ein Vermögen von 25 Milliarden Euro. In Deutschland ist das Unternehmen mit 36 Mitarbeitern in Niederlassungen in Frankfurt, München und Berlin vertreten. Zu den jüngsten Investitionen zählen Logistikimmobilien in Ballungsräumen sowie Mehrfamilien-Mietwohnungen in Berlin, München und Hamburg.
Jens Stender, Co-Chef von Urban Partners, betonte: „Die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor ist der Kern unserer DNA als Investor, und Dr. Habeck bringt unschätzbare Erfahrungen und eine beeindruckende Erfolgsbilanz im öffentlichen Dienst mit, die an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Privatwirtschaft liegen.“
Habecks Ziele
Habeck selbst äußerte sich in der Mitteilung: „In unseren Städten entscheidet sich der Erfolg der großen Transformationen unserer Zeit. Wer Wohnraum, öffentlichen Raum und Infrastruktur verbessert, trägt gleichzeitig zum sozialen Zusammenhalt, zur Nachhaltigkeit und zur wirtschaftlichen Stärke bei.“ Er strebe an, das skandinavische Modell, bei dem Pensionskassen in öffentliche Infrastruktur sowie Städte- und Wohnungsbau investieren, auf Deutschland zu übertragen. Ziel sei es, „klimagerechte, klimaneutrale aber auch bezahlbare Wohnungen in deutschen Städten zu bauen“.
Weitere berufliche Veränderung
Über seine Social-Media-Kanäle informierte Habeck zudem über eine weitere berufliche Veränderung. Seine bisherige Arbeit als Analyst für Außen- und Geopolitik setzt er fort, jedoch nicht mehr am Danish Institute for International Studies – einem hauptsächlich vom dänischen Staat finanzierten Thinktank – sondern an der Copenhagen Business School. Dort wird er als Professor of Practice am Forschungscluster für Geopolitik, Sicherheit und Wirtschaft tätig sein.
Habeck hatte zuvor auch über einen anderen Politikstil nachgedacht, etwa über eine andere Sitzordnung im Bundestag und Koalitionsverträge schon im Wahlkampf. Ein Bericht über seinen Auftritt im SPIEGEL-Spitzengespräch Ende Mai in Berlin liegt vor.



