Die Terrororganisation Hamas hat offiziell einen neuen Anführer. Chalil al-Haja (65) wurde am Montag als Nachfolger des getöteten Terrorbosses Yahya Sinwar (†61) vorgestellt. Al-Haja ist seit Jahrzehnten Funktionär der Hamas, lebt aber nicht in Gaza, sondern meist in Katar. Er galt als enger Vertrauter von Sinwar und wurde laut palästinensischen Quellen als „einer der wenigen Menschen beschrieben, auf die Sinwar sich verlassen konnte“.
Al-Haja koordinierte Angriffspläne mit dem Iran
Bereits drei Monate vor dem Massaker vom 7. Oktober 2023, bei dem 1200 Israelis ermordet und Hunderte verschleppt wurden, sprach al-Haja mit den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) über die Angriffspläne der Hamas. Dies berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf vertrauliche Sitzungsprotokolle. Demnach bat al-Haja im Juli 2023 den hochrangigen iranischen Kommandeur Mohammed Said Izadi um militärische Unterstützung, um strategisch wichtige Ziele treffen zu können.
Al-Haja lobt den 7. Oktober als „historischen Moment“
Im April 2024 erklärte al-Haja, die Hamas sei bereit, einem Waffenstillstand zuzustimmen und sich in eine politische Partei umzuwandeln – jedoch nur unter der Bedingung eines unabhängigen palästinensischen Staates in den Grenzen von vor 1967. Nach der Tötung Sinwars im Oktober 2024 bekräftigte er, die Hamas werde „ihren Weg fortsetzen, bis ein palästinensischer Staat auf dem gesamten palästinensischen Gebiet mit Jerusalem als Hauptstadt errichtet ist.“ Im Januar 2025 bezeichnete al-Haja den Angriff vom 7. Oktober als „historischen Moment“ und „militärische Errungenschaft“ sowie „eine Quelle des Stolzes für unser Volk, die von Generation zu Generation weitergegeben werden soll.“
Israelische Angriffe auf al-Haja und seine Familie
Israel versuchte mehrfach, al-Haja zu töten. Bereits 2007 kamen seine Ehefrau, drei Kinder und drei Brüder bei israelischen Luftangriffen auf sein Wohnhaus ums Leben – ein gescheiterter Attentatsversuch. Ein weiterer Sohn wurde 2008 getötet, während er eine Raketeneinheit anführte. Im Juli 2014 starben ein weiterer Sohn, dessen Frau und ihr Kind bei einem Luftangriff. Am 9. September 2025 wurde al-Haja erneut Ziel eines israelischen Luftangriffs auf einen Wohnkomplex in Doha (Katar), bei dem sein Sohn Himam al-Haja ums Leben kam.



