Die Thüringer Polizei erwartet im Vorfeld des AfD-Bundesparteitags in Erfurt Anfang Juli eine erhöhte Gefahr von Gewaltausbrüchen. Nach einem Bericht des „Spiegel“ stützt sich diese Einschätzung auf ein vertrauliches Lagebild der Landespolizeidirektion. Darin wird von einer „hohen abstrakten Gefährdung durch die linksextremistische Szene“ gesprochen.
Zehntausende Protestler erwartet
Die Behörden rechnen mit mehr als 50.000 Gegendemonstranten. In internen Dokumenten heißt es, dass sich darunter 1.000 bis 5.000 Linksextremisten befinden könnten. Die Polizei beschreibt die Lage als „herausgehobene Einsatzlage mit deutlich erhöhtem Eskalations- und Gewaltpotenzial“. Es werde mit „massenhaften Blockadeaktionen“ gerechnet, die darauf abzielen, die Straßen zur Erfurter Messe, dem Veranstaltungsort, zu versperren.
„Störer der Kategorie Rot“ im Visier
Das Landeskriminalamt Thüringen identifiziert zudem ein Potenzial von bis zu 2.500 „Störnern der Kategorie Rot“. Diese Personen gelten als besonders gewaltbereit. Laut den Ermittlern könnte ihr Ziel sein, die Durchführung des Parteitags als solches zu verhindern.
In der Vergangenheit haben AfD-Parteitage regelmäßig Proteste ausgelöst. Meist verliefen diese friedlich, aber es kam wiederholt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Beispielsweise protestierten im Januar 2025 mehr als 10.000 Menschen gegen den AfD-Bundesparteitag in Riesa (Sachsen). Damals lösten Polizeikräfte Sitzblockaden auf, und es gab Rangeleien.



