Die Nachfahren der jüdischen Gründer des Simson-Werks in Suhl wehren sich gegen die Vereinnahmung ihres Familiennamens durch die AfD. Dennis Baum, Erbe und Sprecher der Familie, bezeichnet die Nutzung der alten DDR-Mopeds für Wahlkampfzwecke als „abstoßend“ und „Beleidigung“. Die AfD organisiert Ausfahrten mit Simsons wie der „Schwalbe“ und verwendet den Namen auf T-Shirts und Plakaten.
Familie erfährt von Missbrauch durch Freunde
Im Februar erfuhren die in New York lebenden Nachkommen von Freunden in Europa von der Aktion. „Als wir Thüringens Parteichef Björn Höcke auf einer Simson rumfahren sahen, umgeben von AfD-Flaggen, hat das große Wut in unserer Familie ausgelöst“, sagte Baum dem Tagesspiegel. Die Familie empfinde jede Verbindung mit der AfD als abstoßend.
Vorwürfe gegen Höcke und die AfD
Baum wirft Höcke und der AfD Antisemitismus vor. „Höcke macht die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten verächtlich.“ Die Partei diskriminiere Migranten und Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Höcke sei zudem ein Freund von Diktatoren. „Für mich ist er ein sehr unangenehmer Kerl“, so Baum.
Forderung nach Vernichtung von Werbemitteln
Die Familie fordert, dass die AfD alle Plakate, T-Shirts und Werbemittel mit dem Namen Simson vernichten muss. Sie haben Kontakt zur Gesa, der Nachfolgeorganisation der Treuhandanstalt, die die Namensrechte hält. „Sie muss gegen den Missbrauch des Namens vorgehen“, betont Baum. Auch Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nutzt das Moped für Wahlkampftouren. Die Partei strebt zudem an, die Simson als immaterielles Kulturerbe schützen zu lassen.



