Alice Weidel ist als Co-Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) wiedergewählt worden. Auf dem Bundesparteitag in Erfurt erhielt die 47-Jährige 81 Prozent der Stimmen – und das ohne Gegenkandidaten. Damit führt sie die Partei weiterhin gemeinsam mit Tino Chrupalla an, der ebenfalls im Amt bestätigt wurde. Die Wiederwahl erfolgte am Samstag im Rahmen des zweitägigen Parteitags, der unter dem Motto „Unser Land zuerst“ stand.
Klares Votum für Weidel
Weidel, die seit 2022 an der Spitze der AfD steht, konnte mit ihrem Ergebnis ein deutliches Vertrauensvotum der Delegierten verbuchen. In ihrer Bewerbungsrede betonte sie die Notwendigkeit einer „konsequenten Oppositionsarbeit“ und kritisierte die Ampelkoalition scharf. „Wir sind die einzige echte Opposition in diesem Land“, sagte Weidel vor den rund 600 Delegierten. Die Wiederwahl gilt als wichtiges Signal der Geschlossenheit in der Partei, die zuletzt mit internen Flügelkämpfen und sinkenden Umfragewerten zu kämpfen hatte.
Parteitag in Erfurt: Weitere Personalentscheidungen
Neben dem Vorsitz standen auch die Wahlen der stellvertretenden Bundesvorsitzenden auf der Tagesordnung. Die bisherigen Stellvertreter wurden in ihren Ämtern bestätigt. Zudem verabschiedete der Parteitag mehrere Leitanträge, unter anderem zur Migrationspolitik und zur Europäischen Union. Die AfD fordert darin unter anderem eine „geordnete Rückführung“ von Migranten und einen Austritt aus der EU, falls sich die Union nicht grundlegend reformiere. Die Beschlüsse gelten als Richtungsweisung für die kommenden Monate, in denen die Partei auf mehrere Landtagswahlen zusteuert.
Bewertung und Ausblick
Politische Beobachter werten die Wiederwahl Weidels als Zeichen der Stabilität in der Führungsspitze. Allerdings bleibt die AfD durch interne Konflikte und die Beobachtung durch den Verfassungsschutz belastet. Weidel selbst erklärte, die Partei werde sich nicht von „staatlichen Repressionen“ einschüchtern lassen. Mit der Bestätigung des Führungsduos ist der Weg für die nächsten Wahlkämpfe geebnet – insbesondere in Ostdeutschland, wo die AfD in Umfragen teilweise bei über 30 Prozent liegt.



