AfD-Chefin Weidel begeistert 500 Anhänger in Neuköllner Hochzeitssaal
Weidel begeistert 500 AfD-Anhänger in Neukölln

Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel hat am Dienstagabend vor rund 500 Anhängern in einem ehemaligen türkischen Hochzeitssaal in Berlin-Neukölln Wahlkampf für die Berliner Spitzenkandidatin Kristin Brinker gemacht. Die Veranstaltung im „Grand Palas“ an der Nobelstraße war als exklusives Dinner mit drei Gängen und alkoholfreien Getränken organisiert. Die Location, normalerweise Schauplatz für Hochzeiten türkischer und arabischer Großfamilien, war durch einen Zaun gesichert.

AfD-Mitglieder feiern Weidel in Neukölln

Die Berliner AfD hatte ihre rund 2000 Mitglieder zur offiziellen Wahlkampfveranstaltung eingeladen. Wer sich zuerst meldete, erhielt ein begehrtes Ticket. Landessprecher Roland Gläser, der mit Weidel im Bundestag sitzt, sagte: „Wenn Alice Weidel da ist, kommen alle.“ Die Gäste setzten sich aus älteren Herren, vielen jungen Leuten und etwa einem Drittel Frauen zusammen. Am Pressetisch saßen rechte Influencer und AfD-nahe Medien.

Mit rhythmischem Klatschen und Gejohle wurde die Parteichefin begrüßt. Der Abgeordnete Alexander Bertram, der als Kronprinz der Landeschefin gilt, erwähnte die Schwierigkeiten der Partei, in Berlin Räume zu finden. Diesmal habe Brinker einen „mutigen Unternehmer“ gefunden, der seine Location zur Verfügung stellte. Man lasse sich aus Berlin nicht verdrängen.

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Brinker kündigt politischen Neuanfang an

Kristin Brinker, die als „künftige Regierende Bürgermeisterin“ eingeführt wurde, wetterte gegen den „Linksterrorismus“ und warf dem Senat vor, auf dem „linken Auge blind“ zu sein. Sie beschwor die „Sehnsucht der Menschen nach einem kompletten Neuanfang“ und versprach: „Spätestens, wenn wir in Regierungsverantwortung sind, werden wir die Probleme lösen.“ Brinker kündigte eine „Epoche des gesunden Menschenverstandes“ für Berlin an und sagte: „Kai Wegner wird abgestraft werden, und das ist auch richtig so.“ Sie kritisierte den Regierenden Bürgermeister für seine Teilnahme am CSD mit einem eigenen Wagen der Senatskanzlei, der 300.000 Euro gekostet habe. Mit der AfD werde es Wohnungen zuerst für Berliner geben, nicht für Asylbewerber.

Weidel attackiert Bundesregierung und kündigt Abschiebungen an

Alice Weidel bedankte sich beim Betreiber des Grand Palas, dass „wir hier sein dürfen“, obwohl man „in der besten Demokratie“ lebe. Es klang drohend, als sie ankündigte, dass „sich die Zeiten ändern“ würden. Sie warf der Bundesregierung „extremistische Politik“ vor und polemisierte gegen eine „grüne Schwachsinnspolitik“. Weidel versprach: „Wir stecken Leute in den Flieger“ und forderte Abschiebungen sowie den Wiedereinstieg in die Kernkraft. Sie kündigte den Stopp der Energiewende, keine Sozialleistungen für „Kostgänger und Wirtschaftsflüchtlinge“, eine Steuer-Flat-Tax von 25 Prozent und freie Auswahl beim Tanken an. Über Bürokraten sagte sie: „Wir werden sie achtkantig rausschmeißen.“ Die AfD-Mitglieder applaudierten mit glänzenden Augen und skandierten „Alice, Alice“.

AfD sieht sich auf dem Weg zur Regierungsmacht

Das Selbstbewusstsein der Partei angesichts von Umfragewerten von 28 Prozent bundesweit und 18 Prozent in Berlin war spürbar. Weidel sagte, in Sachsen-Anhalt werde man den ersten Ministerpräsidenten stellen, in Mecklenburg-Vorpommern werde Leif-Erik Holm Ministerpräsident und in Berlin Kristin Brinker Bürgermeisterin. Sie forderte Neuwahlen im Bund im nächsten Jahr.

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