Andy Burnham, bekannt als „König des Nordens“, hat nach seiner Ernennung zum britischen Premierminister eine ökonomische Wende angekündigt. Er folgt auf Keir Starmer und steht vor der Herausforderung, Lösungen für die schwache Wirtschaft und hohe Energiekosten zu finden. Burnham verspricht einen Zehnjahresplan und erste Maßnahmen, um die Dauerkrise seit dem Brexit zu bewältigen.
Historischer Machtwechsel in Downing Street
Am Montagmorgen wirkte alles wie gewohnt: Ein Straßenkehrer fegte die schmale Gasse vor 10 Downing Street. Doch dieser Kehraus war eine Metapher für den bevorstehenden historischen Machtwechsel. Wenige Stunden später stand Burnham vor der berühmtesten Haustür des Vereinigten Königreichs und trat sein Amt an. Er ist der siebte Regierungschef seit dem Brexit 2016, der das Land aus der Krise führen soll.
Die Stimmung war gelassen und routiniert, da die Medienvertreter Machtwechsel inzwischen gewohnt sind. Dennoch kündigte sich ein Wandel an: Starmer hatte am Vormittag in seiner Abschiedsrede am hölzernen Rednerpult erklärt, das Königreich sei heute stärker und fairer als bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren. Zuvor hatte er König Charles III. seinen Rücktritt erklärt.
Burnhams Auftritt als Mann des Volkes
Als Burnham später mit dem Regierungsauftrag des Königs ans Mikrofon trat, war das hölzerne Rednerpult abgeräumt – ein Symbol für die Instabilität der Vorgängerregierung. Der neue Premier sprach frei, ohne Manuskript und ohne Rednerpult, als suche er das direkte Gespräch mit den Bürgern, die ihm am Eingang zur Downing Street zuwinkten. Sein Auftritt war die Botschaft: „Ich bin einer von euch, und ich werde es anders und besser machen.“
Burnham, der sich als „König des Nordens“ inszeniert, betonte in seiner ersten Rede die Notwendigkeit eines wirtschaftlichen Neuanfangs. Er kündigte einen Zehnjahresplan an, der die schwache Wirtschaft stärken und die hohen Energiekosten senken soll. Konkrete Maßnahmen nannte er zunächst nicht, versprach aber, die Bürger in den Mittelpunkt seiner Politik zu stellen.



