Es ist das brisanteste Thema des Sommers beim Hamburger SV: Die Zukunft der Trainer Merlin Polzin, Loic Favé und Richard Krohn. Ihre Verträge laufen nur noch bis zum Ende der kommenden Saison. Nun hat sich Klub-Legende Horst Hrubesch zu Wort gemeldet und eine klare Ansage gemacht.
Hrubesch: „Kann nicht nachvollziehen, dass…“
„Ich kann nicht nachvollziehen, dass man die Trainer nicht schon längst länger gebunden hat“, sagte Hrubesch gegenüber BILD. Der 73-Jährige, der selbst jahrelang für den HSV spielte und später als Trainer und Funktionär tätig war, zeigt sich unzufrieden mit der aktuellen Situation. „Die drei machen einen hervorragenden Job. Man sollte ihnen Planungssicherheit geben.“
Die Verträge von Polzin, Favé und Krohn laufen im Sommer 2027 aus – also nur noch ein Jahr. Der HSV hat sich bislang nicht zu Verlängerungen geäußert. Dabei hat das Trainerteam unter Cheftrainer Steffen Baumgart in der vergangenen Saison gute Arbeit geleistet und den HSV auf Platz 4 der 2. Bundesliga geführt.
Druck auf die Verantwortlichen
Hrubesch erhöht damit den Druck auf Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa. „Die Verantwortlichen müssen jetzt handeln. Sonst verliert man vielleicht gute Leute“, warnt Hrubesch. Er selbst kennt die Situation aus eigener Erfahrung: „Als ich Trainer war, wusste ich, wie wichtig ein langfristiger Vertrag ist. Das gibt Ruhe und Konzentration auf die Arbeit.“
Der HSV hatte in der vergangenen Saison lange um den Aufstieg mitgespielt, scheiterte aber in der Relegation. In diesem Jahr soll der erneute Anlauf genommen werden. Dafür brauche es ein eingespieltes Team, so Hrubesch.
Reaktionen aus dem Verein
Bislang haben weder Kuntz noch Costa öffentlich Stellung zu den Verträgen genommen. Intern soll jedoch bereits über Verlängerungen gesprochen werden. Einem Bericht der „Hamburger Morgenpost“ zufolge plant der HSV, bis zum Ende der Transferperiode Klarheit zu schaffen.
Die drei Trainer sind im Verein hoch angesehen. Polzin ist für die Defensive zuständig, Favé für das Athletiktraining und Krohn für die Torhüter. Ihr Vertragsende sorgt für Unruhe im Team. „Die Spieler merken, wenn die Trainer unsicher sind. Das überträgt sich“, sagt Hrubesch.
Der HSV-Fan wird die Entwicklung genau verfolgen. Für Hrubesch ist klar: „Der HSV muss jetzt Verantwortung zeigen. Sonst könnte es teuer werden.“



