Die Bundesregierung hält am geplanten Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS fest. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte am Freitag in Berlin, man habe zur Kenntnis genommen, dass der Börsengang vorerst ausgesetzt sei und die derzeitigen Anteilseigner die Stabilisierung der Marktbedingungen abwarten wollten. Dennoch sei die Bundesregierung weiterhin daran interessiert, gemeinsam mit den französischen Partnern das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Man sei bei den Verhandlungen von der Erwartung eines erfolgreichen Börsengangs ausgegangen und gehe davon aus, dass das Unternehmen diesen weiterhin in Betracht ziehe.
Eckpunkte für ausgewogene Einflussrechte
Die Bundesregierung habe gemeinsam mit Frankreich und den deutschen Anteilseignern Eckpunkte festgelegt, die ausgewogene Einflussrechte von Deutschland und Frankreich vorsähen. Daran wolle man nichts ändern, sagte Kornelius auf die Frage, ob die Konditionen Probleme für den Börsengang bereiteten. Er wolle sich nicht zu Spekulationen über die Motive von Anlegern äußern.
Deutschland soll 40 Prozent an dem deutsch-französischen Unternehmen übernehmen. Mit dem Einstieg will die Bundesregierung sicherstellen, bei dem strategisch wichtigen Hersteller von „Leopard 2“- und „Boxer“-Panzern auf Augenhöhe mit dem französischen Staat zu agieren. Frankreich reduziert seine Beteiligung von 50 auf 40 Prozent.
Langfristige Bindung der Anteile
Deutschland und Frankreich haben vereinbart, ihre Anteile in den nächsten zehn Jahren nur mit gegenseitiger Zustimmung unter 30 Prozent zu senken. Dies soll die strategische Partnerschaft langfristig sichern. Die Aussicht auf einen der größten europäischen Börsengänge im Rüstungssektor der vergangenen Jahre ist damit vorerst getrübt, doch die Bundesregierung bleibt optimistisch.



