Die Bundeswehr wird in diesem Jahr erstmals an einer Nuklearübung der französischen Armee teilnehmen. Die deutschen Soldaten sollen im konventionellen Bereich zum Einsatz kommen, wie aus der Abschlusserklärung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats hervorgeht, der am Freitag auf dem Fliegerhorst in Nörvenich tagte.
Rafale-Jets nach Nörvenich verlegt
Die Verlegung französischer Rafale-Kampfjets nach Nörvenich sei ein „erster operativer Schritt der strategischen Zusammenarbeit“, heißt es in der Erklärung weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb im Onlinedienst X: „Deutschland und Frankreich vertiefen ihre Zusammenarbeit in der Verteidigung. Wir stärken die europäische Abschreckung.“
Nukleare Abschreckung als Ergänzung zur Nato
In der gemeinsamen Erklärung betonen Deutschland und Frankreich, dass diese Zusammenarbeit die nukleare Abschreckung und Teilhabe der Nato „ergänzen und nicht ersetzen“ solle. Die Übung ist Teil einer umfassenderen Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit beider Länder.
Weitere Kooperationsprojekte
Berlin und Paris einigten sich zudem auf eine verstärkte militärische Zusammenarbeit an anderen Stellen. So soll die Deutsch-Französische Brigade künftig an Nato-Übungen des Multinational Corps Northeast in Stettin teilnehmen. Das Deutsch-Französische Lufttransportgeschwader im französischen Évreux soll bis Ende 2026 seine gemeinsame volle Einsatzfähigkeit erreichen.
Vor dem Hintergrund des gescheiterten FCAS-Kampfjet-Vorhabens wollen Deutschland und Frankreich sich für einen europäischen Standard für Luftkampfsysteme einsetzen. Dies soll die „Interoperabilität aller europäischen Luftsysteme“ sicherstellen, also die Fähigkeit zum Zusammenspiel der unterschiedlichen Systeme. Ein „System der Systeme“, das die Vernetzung von Flugzeugen, Drohnen und weiteren Bestandteilen von Luftkampfsystemen ermöglicht, solle gemeinsam weiterentwickelt werden, so die Erklärung.



