Deutschland strebt eine deutliche Ausweitung der Rüstungskooperation mit Griechenland an. Außenminister Johann Wadephul erklärte bei seinem Antrittsbesuch in Athen, alle Möglichkeiten für gemeinsame Beschaffung von Rüstungsgütern und europäische Finanzierung sollten genutzt werden. Er traf sich mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Gerapetritis.
Griechenland rüstet derzeit massiv auf, kooperiert aber bisher vor allem mit Frankreich, den USA und Israel. Erst vor einer Woche verlängerte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis ein strategisches Kooperationsabkommen mit Frankreich um fünf Jahre, das eine Beistandsgarantie enthält. Deutschland will nun besonders im maritimen Bereich die Zusammenarbeit verstärken. Wadephul besuchte die Skaramangas-Werft, mit der ThyssenKrupp Marine Systems kürzlich eine Modernisierung von vier U-Booten vereinbarte.
Gerapetritis zeigte grundsätzliches Interesse, betonte aber die Notwendigkeit, auch europäische Interessen zu wahren und die Autonomie der EU zu stärken. Konkrete Projekte wurden nicht genannt. In Griechenland stößt jedoch auf Kritik, dass Deutschland gleichzeitig die Rüstungskooperation mit der Türkei verstärkt. Im Oktober wurde ein Milliardengeschäft über 20 Eurofighter-Kampfjets an die Türkei abgeschlossen, nachdem zuvor ein teilweiser Rüstungsexportstopp galt.
Gerapetritis forderte von der Bundesregierung, bei solchen Geschäften Bedingungen zu stellen, um sicherzustellen, dass die Systeme nicht gegen verbündete Länder eingesetzt werden. Die Gespräche umfassten auch die Blockade der Straße von Hormus und die EU-Erweiterung. Wadephul betonte, dass sechs Balkanstaaten und die Ukraine glaubhafte Beitrittsperspektiven benötigten, wobei Griechenland 2027 die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen werde.



