Eiszeit bei WM-Finale: Trump ignoriert Spaniens König nach Spanien-Sieg
Eiszeit bei WM-Finale: Trump ignoriert Spaniens König

Beim WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien im New York New Jersey Stadium herrschte nicht nur auf dem Rasen Hochspannung. Auch auf der Tribüne zeigte US-Präsident Donald Trump (80) demonstrative Kälte gegenüber dem spanischen Königspaar Felipe (58) und Letizia (53) sowie Ministerpräsident Pedro Sánchez (54). Nach dem Schlusspfiff stand Trump regungslos hinter der Glaswand der Ehrenloge, während im Stadion „¡Que viva España!“ erklang. Bei der anschließenden Siegerehrung wechselte er kaum ein Wort mit dem spanischen König.

Hintergrund: Frostiges Verhältnis zwischen USA und Spanien

Die Eiszeit hat politische Ursachen. Trump hatte Spanien in den vergangenen Monaten wiederholt scharf attackiert. Sein Vorwurf: Madrid weigere sich, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen, wie von der Nato gefordert. „Spanien ist furchtbar“, schimpfte Trump bereits im März. „Ich habe Scott (US-Finanzminister Bessent) gesagt, er solle den Handel mit Spanien komplett kippen.“ Wenig später legte er nach: „Spain has absolutely nothing that we need other than great people. They have great people, but they don’t have great leadership.“

Trump drohte mit Handelsabbruch

Anfang Juli eskalierte der Streit weiter. Trump drohte Spanien offen mit wirtschaftlichen Konsequenzen: „We’re going to cut off all trade with Spain. We don’t want anything to do with Spain.“ („Wir stellen den Handel mit Spanien ein, wir wollen nichts mit ihnen zu tun haben.“) Auch Strafzölle brachte der US-Präsident ins Spiel. „Ich habe darüber nachgedacht, sie mit Zöllen zu bestrafen“, sagte er. Den Höhepunkt bildete Trumps Aussage, Spanien sei „absolut schrecklich“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Nato-Streit um fünf Prozent

Auslöser der Konfrontation ist Spaniens unnachgiebige Haltung in der Nato. Madrid weigerte sich, das von Trump geforderte Ziel von fünf Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigungsausgaben zu akzeptieren. „Es ist das einzige Land, das seinen Anteil nicht auf fünf Prozent erhöht hat. Alle anderen Nato-Staaten haben ihren Anteil erhöht. Und Spanien profitiert sehr von uns“, wetterte Trump. Er nannte Spaniens Verhalten „a very bad thing“ und „very unfair“ („sehr schlimm“ und „sehr unfair“).

Symbolische Distanz auf der Tribüne

Beim Finale wurde der politische Graben sichtbar. Während der Siegerehrung stellten sich Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum (64) und Kanadas Premier Mark Carney (61) zwischen Trump und den spanischen König. Trump und Fifa-Chef Gianni Infantino wollten mit auf das Siegerfoto der Spanier, doch alle spanischen Spieler schauten weg. Auch Argentiniens Star Lionel Messi ging, noch während Trump ihm gratulierte, schnell zu Mexikos Präsidentin weiter. Das Bild der Eiszeit zwischen den USA und einem europäischen Verbündeten stand neben dem sportlichen Ereignis im Rampenlicht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration