Die FIFA steht nach der Aufhebung der Rot-Sperre für US-Torjäger Folarin Balogun massiv unter Druck. Nun prüft der englische Fußballverband FA, ebenfalls Einspruch gegen eine Rote Karte einzulegen – die seines Verteidigers Jarell Quansah. Der 23-jährige Leverkusen-Profi hatte im Achtelfinale gegen Mexiko nach VAR-Check die Rote Karte gesehen, genau wie Balogun zuvor. Allerdings war Quansahs Foul eindeutig grob, sodass eine Sperre von zwei Spielen droht. Damit würde er das Viertelfinale am Samstag gegen Norwegen und ein mögliches Halbfinale verpassen.
FA prüft Optionen nach Balogun-Präzedenzfall
In einer knappen Erklärung eines Sprechers der englischen Nationalmannschaft hieß es am Montag: „Wir prüfen derzeit unsere Optionen hinsichtlich einer möglichen Berufung nach der Roten Karte für Jarell Quansah gestern Abend in Mexiko-Stadt.“ Eigentlich gibt es keine Grundlage für einen Einspruch, doch die FIFA-Entscheidung im Fall Balogun hat die Lage verändert. Nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino war die Sperre für Balogun aufgehoben worden. Dies könnte nun eine Flut von Einsprüchen nach sich ziehen.
Tuchel kritisiert FIFA scharf
England-Trainer Thomas Tuchel übte auf der Pressekonferenz nach dem 3:2-Sieg gegen Mexiko deutliche Kritik am Weltverband: „Wer hebt diese Entscheidung auf, wann und aus welchen Gründen? Und wie weit geht das jetzt noch? Das ist für mich einfach seltsam. Wir wollen einfach nur, dass die Entscheidungen einheitlich sind. Wo soll das enden? Ich kenne die Regeln nicht. Ich bin der Falsche, den man danach fragen sollte. Ich werde abwarten und sehen, was kommt.“
Quansah könnte erst wieder im Finale spielen, sollte England dieses erreichen. Die FIFA steht nun vor der Herausforderung, wie sie mit möglichen weiteren Einsprüchen umgeht. Der Fall Balogun hat einen Präzedenzfall geschaffen, der die Regularien der WM infrage stellt.



