Ex-Frauen werfen ICE-Todesschütze Gewalttätigkeit und psychische Probleme vor
Ex-Frauen belasten ICE-Todesschütze schwer

Hintergrund des Vorfalls

Anfang der Woche wurde in den USA erneut ein Mensch bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE getötet. Der Beamte David Brouilette erschoss den 26-jährigen Kolumbianer Durán Guerrero in Biddeford, Maine. Guerrero besaß eine gültige Aufenthaltserlaubnis und war nicht Ziel der Ermittlungen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft von Maine sollte bei dem Einsatz ein Bescheid zur Abschiebung durchgesetzt werden. Als der Verdächtige versucht habe, mit einem Auto in Richtung eines ICE-Beamten zu fliehen, habe dieser das Feuer eröffnet.

Vorwürfe der Ex-Frauen

Zwei Ex-Frauen werfen dem Schützen gewalttätige Übergriffe in Partnerschaften vor. Eine von ihnen, Ashley Brouilette, sagte der Nachrichtenagentur AP, sie habe sich 2009 zwei Jahre nach der Hochzeit von ihm scheiden lassen, weil er ihr gegenüber körperlich gewalttätig geworden sei. Sie schilderte, dass er einmal mit kochend heißem Wasser nach ihr geworfen habe, während sie ihr gemeinsames Kind in den Armen hielt. Eine zweite Ex-Frau erhob laut AP ebenfalls jahrelange Vorwürfe körperlicher und verbaler Misshandlung, die durch Hunderte von Familiengerichtsakten belegt werden.

Psychische Probleme und Einstellung bei ICE

David Brouilette ist ein Armee-Veteran, der nach Angaben von nahen Verwandten seit seiner frühen Kindheit mit schweren psychischen Problemen zu kämpfen hat. Mehrere Personen sagten der AP, dass er niemals eine Dienstmarke und eine Waffe hätten erhalten dürfen. Brouilette hatte offenbar eine Vorgeschichte mit furchterregendem und gewalttätigem Verhalten. Eine Ex-Frau legte der AP eine Sprachnachricht aus dem vergangenen Winter vor, in der der ICE-Mitarbeiter ihr sagte, er finde, jemand solle ihr die Kehle durchschneiden.

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Ashley Brouilette teilte mit, dass ihr Ex-Mann ihr Ende 2025 mitgeteilt habe, dass er von ICE eingestellt worden sei. Aufgrund seiner langjährigen psychischen Probleme habe sie angenommen, er fantasiere nur, und ihm keinen Glauben geschenkt. Erst als diese Woche Videos von den tödlichen Schüssen in Biddeford im Internet auftauchten, sei ihr klar geworden, dass er die Wahrheit gesagt hatte.

Kritik an ICE und Heimatschutzministerium

Die beunruhigende Vergangenheit des Mannes wirft die Frage auf, wie er von der ICE-Behörde angeheuert werden konnte. Dem US-Heimatschutzministerium wird regelmäßig vorgeworfen, dass es vor dem Hintergrund der Massenabschiebekampagne von Präsident Donald Trump die Hintergrundprüfungen für neue Rekruten vernachlässige. Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, erklärte: „Die Trump-Regierung hat 12.000 Beamte auf unsere Straßen geschickt, ohne sicherzustellen, dass sie geeignet sind, eine Dienstmarke und eine Waffe zu tragen – und die Republikaner haben dieser skrupellosen Behörde weitreichende Befugnisse eingeräumt, ohne sie zur Rechenschaft zu ziehen.“

Zahl der Todesfälle bei ICE-Einsätzen

Laut AP sind in den USA seit Beginn der Massenabschiebekampagne von Präsident Trump mindestens zehn Menschen bei Zusammenstößen mit Einwanderungsbeamten ums Leben gekommen. Weniger als eine Woche vor dem Tod des Kolumbianers hatten ICE-Beamte in Texas einen mexikanischen Einwanderer getötet, der mehr als 30 Jahre in den USA gelebt hatte.

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