Ex-Olympiasportler wegen Vandalismus am Reflecting Pool angeklagt
Ex-Olympionike wegen Vandalismus an Trumps Pool angeklagt

Ein ehemaliger US-Olympia-Kanufahrer ist wegen Sachbeschädigung am Reflecting Pool in Washington angeklagt worden. David Hearn soll am 19. Juni das Auskleidungsmaterial am Grund des Beckens mutwillig zerstört haben, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach Abschluss einer umstrittenen Renovierung des Pools, die Präsident Donald Trump angeordnet hatte.

Vorwürfe und mögliche Strafe

Die Anklage wirft Hearn vor, Eigentum im Wert von über 1000 US-Dollar beschädigt zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft. Hearns Anwälte wiesen die Vorwürfe zurück und kritisierten die Regierung: „Normales Verhalten wird hier als Straftat behandelt“, zitiert Reuters die Verteidigung. Hearn selbst sagte der AP, er habe nach einer Radtour angehalten und in das Becken gegriffen, weil er die sich ablösende Beschichtung habe fühlen wollen. „Ich bin ein neugieriger Bürger“, erklärte er. Er sei fast fünf Stunden festgehalten worden, bevor man ihn wieder freiließ.

Hintergrund der Renovierung

Der Reflecting Pool am Lincoln Memorial war im April auf Trumps Anordnung hin trockengelegt und mit einer blauen Beschichtung versehen worden. Die Kosten beliefen sich auf rund 14,2 Millionen US-Dollar (etwa 12,4 Millionen Euro). Trump hatte die neue Farbe als „amerikanisch-flaggenblau“ bezeichnet. Doch kurz nach der Fertigstellung war das Wasser wieder von Algen befallen und der Pool grün statt blau. Kritiker bemängeln, dass die Sanierung nicht fachgerecht durchgeführt und der Auftrag ohne Ausschreibung vergeben worden sei. Trump selbst schiebt die Schuld anderen zu.

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Politische Dimension

Der Fall hat politische Brisanz, da Trump den Reflecting Pool als Prestigeprojekt für die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit am 4. Juli nutzen wollte. Die Anklage gegen Hearn wird als Versuch gesehen, die Verantwortung für das gescheiterte Projekt abzuwälzen. Die Verteidigung argumentiert, dass Hearn lediglich die mangelhafte Arbeit habe überprüfen wollen. Das Gericht wird nun über das Strafmaß entscheiden.

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