DFB-Präsident fordert Klarheit von der FIFA
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat mit einer deutlichen Aufforderung an den Fußball-Weltverband auf den Fall um den US-Stürmer Folarin Balogun reagiert. „Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll“, sagte der Spitzenfunktionär in einer Stellungnahme.
Sorge um Integrität des Wettbewerbs
Neuendorf betonte die Bedeutung einer transparenten Aufklärung: „Der Eindruck, dass es hier eine aktive Einflussnahme der Politik auf den Sport gegeben hat, muss zügig und schlüssig ausgeräumt werden. Es geht um die Integrität des Wettbewerbs und die Glaubwürdigkeit der FIFA.“ Die Aussage unterstreicht die wachsende Besorgnis im deutschen Fußballverband über mögliche politische Einmischung in sportliche Entscheidungen.
Hintergrund des Falls Balogun
Die FIFA hatte die Rote Karte gegen den US-Torjäger Balogun aufgehoben. Der 25-Jährige hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners Tarik Muharemovic gelandet war. Diese Entscheidung ermöglicht es Balogun, im Achtelfinale gegen Belgien in Seattle (Dienstag 2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) für die USA aufzulaufen.
Medienberichte über Trump-Anruf
„The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP berichteten am Sonntag übereinstimmend, Trump habe bei Infantino angerufen, um sich für eine Aussetzung der Roten Sperre des besten US-Torschützen einzusetzen. Weder die FIFA noch das Weiße Haus haben sich bisher zu diesen Vorwürfen geäußert. Die fehlende Stellungnahme verstärkt die Spekulationen über eine mögliche politische Einflussnahme auf den Fußball-Weltverband.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen nach der Unabhängigkeit von Sportorganisationen und der Rolle von Politik in internationalen Wettbewerben auf. Der DFB und andere nationale Verbände beobachten die Entwicklung mit Skepsis und fordern klare Regeln, um die Glaubwürdigkeit des Fußballs zu schützen.



