Fall Gleizes bewegt die Fußball-WM
Die Inhaftierung des französischen Journalisten Christophe Gleizes in Algerien beschäftigt auch Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps. Bei einer Pressekonferenz in East Rutherford blieb der Stuhl von Gleizes leer – symbolisch für seine Abwesenheit. „Ich hoffe für ihn und seine Familie, dass er so schnell wie möglich hier sein und seine Fragen selbst stellen kann“, sagte Deschamps. Ein Reporter der Sportzeitung „L'Équipe“ hatte stellvertretend für Gleizes eine Frage gestellt, der seit über einem Jahr in algerischer Haft sitzt.
Solidarität von FIFA-Präsident Infantino
Der Fall des 37-Jährigen bewegt nicht nur französische Medienvertreter. Mehrere Journalisten trugen bei der Pressekonferenz Schals mit der Aufschrift „Free Gleizes“. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino machte sich für eine Begnadigung stark. „Er hat seine Akkreditierung und er hat seinen Platz hier“, sagte der Chef des Weltverbands bereits vor dem Turnierstart in den USA, Kanada und Mexiko. „Ich hoffe, dass er in einem großen Akt der Menschlichkeit die präsidentielle Begnadigung bekommt und noch während der WM zu uns stoßen kann.“
Hintergrund des Falls
Gleizes, der für die Magazine „So Foot“ und „Society“ arbeitet, wurde im Mai 2024 in Algerien festgenommen. Er recherchierte für eine Reportage über den Club Jeunesse Sportive de Kabylie (JSK). Im Juni 2025 verurteilte ihn die Justiz wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ zu sieben Jahren Haft. Ihm wurde vorgeworfen, Kontakt zu einer Separatistenbewegung gehabt zu haben, die in Algerien als Terrororganisation eingestuft wird.
Nationaltrainer Deschamps berichtete, dass er Gleizes' Eltern beim französischen Pokalfinale Ende Mai getroffen habe. Die FIFA lud sie zum WM-Auftakt der „Équipe Tricolore“ an diesem Dienstag (21.00 Uhr/MagentaTV) in East Rutherford gegen Senegal ein. Gleizes' Mutter sagte dem TV-Sender BBC zufolge, dass sich ihr Sohn von der Welt „abgeschnitten“ fühle.



