Der Skandal um die einkassierte Rote Karte von US-Nationalspieler Folarin Balogun (25) weitet sich aus. Sein Platzverweis war der 180. in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft – keine einzige Rote Karte wurde je erlassen oder auf Bewährung ausgesetzt. Nun zeigt sich: Die Fifa verstößt mit dieser Sonderbehandlung gegen ihre eigenen Regularien.
Fifa-Rundschreiben schreibt automatische Sperre vor
Die Regeln für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wurden im Rundschreiben (Circular) Nummer 16 festgelegt, das am 12. Mai an alle 48 teilnehmenden Verbände verschickt wurde. Artikel 10.5 besagt sinngemäß, dass eine Rote Karte automatisch eine Sperre von einem Spiel nach sich zieht. Auf dieses Rundschreiben beruft sich auch der belgische Verband, dessen Nationalmannschaft in der Nacht auf Dienstag (2 Uhr, MagentaTV, ARD und Live-Ticker bei BILD.de) im Achtelfinale auf die US-Boys trifft.
Die Belgier erklärten: „Der automatische Charakter einer solchen Sperre wurde außerdem ausdrücklich im World Cup 2026 Circular No. 16 bekräftigt, das am 12. Mai 2026 an alle teilnehmenden Mitgliedsverbände verteilt wurde. Dieselbe Regel wird zudem vor jedem Spiel sowie in sämtlichen WM-2026-Workshop-Präsentationen wiederholt.“
Baloguns Platzverweis und die Folgen
Balogun war beim 2:0-Sieg der USA gegen Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale nach einem Eingreifen des Videoassistenten mit Rot vom Platz gestellt worden. Der Schiedsrichter hatte das Foul zunächst nicht geahndet. Eine Sperre von einem Spiel gilt in solchen Fällen als übliche Mindeststrafe.
Am Sonntagmorgen gab die Fifa jedoch bekannt, dass Balogun stattdessen eine Bewährungsstrafe erhält. Seine Sperre wurde angepasst, sodass er im Achtelfinale gegen Belgien spielberechtigt ist. Offenbar hatte US-Präsident Donald Trump (80) Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) in einem Telefonat zu dieser Entscheidung gedrängt.
Infantino in Mexiko ausgebuht
Die Quittung für den Schweizer gab es am Sonntagabend in Mexiko. Als Infantino auf der Videoleinwand im Aztekenstadion eingeblendet wurde, buhten ihn die Zuschauer gnadenlos aus. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die fragwürdige Entscheidungspraxis des Weltverbands.



