Fifa lockert Russland-Sperre: U15-WM als Neustart
Fifa lockert Russland-Sperre: U15-WM als Neustart

Der Weltfußballverband FIFA hat eine überraschende Entscheidung getroffen: Für die U15-Weltmeisterschaft vom 22. bis 31. Oktober in Aserbaidschan sind alle Mitgliedsverbände eingeladen – einschließlich Russland und Belarus. Damit wird die seit März 2022 geltende Sperre gegen russische Nationalteams zumindest teilweise aufgehoben. Es wäre das erste Mal seit dem Ausschluss infolge des Angriffs auf die Ukraine, dass russische Mannschaften an einem internationalen Turnier teilnehmen.

Hintergrund der Sperre und erste Lockerung

Seit März 2022 waren sämtliche russische Teams von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. FIFA und UEFA hatten diese Sanktion gemeinsam verhängt, ebenso wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) weitreichende Maßnahmen ergriff. Die Begründung lautete damals nicht explizit der militärische Überfall auf die Ukraine, sondern die Gefährdung der „Integrität des Wettbewerbs“. Nun erfolgt im Nachwuchsbereich die Kehrtwende.

FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) hatte sich bereits im Februar für eine Rückkehr ausgesprochen. Gegenüber dem britischen Sender Sky sagte er: „Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir – zumindest auf Jugendebene. Dieses Verbot hat nichts gebracht.“ Die Sperre habe lediglich „zu mehr Frustration und Hass geführt“. Infantino betonte die Notwendigkeit, Jugendlichen die Teilnahme an internationalen Turnieren zu ermöglichen, unabhängig von politischen Konflikten.

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UEFA-Präsident Čeferin unterstützt Rückkehr

Auch UEFA-Präsident Aleksander Čeferin (58) hatte sich mehrfach für eine Rückkehr russischer Jugendteams ausgesprochen. Sein Vorstoß scheiterte jedoch am Widerstand mehrerer nationaler Verbände, darunter auch des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der sich klar gegen eine Rückkehr Russlands in den internationalen Fußball positionierte. Die Entscheidung der FIFA zeigt nun, dass die Isolation Russlands im Jugendbereich aufgeweicht wird.

Die U15-WM in Aserbaidschan wird als Testlauf betrachtet. Formal bleibt der Ausschluss für alle anderen Altersklassen bestehen. Russlands Männer- und Frauen-Nationalmannschaften sind weiterhin von offiziellen FIFA- und UEFA-Wettbewerben ausgeschlossen. Sie bestreiten lediglich Freundschaftsspiele und werden in der FIFA-Weltrangliste auf Rang 34 (Männer) bzw. Rang 27 (Frauen) geführt.

Reaktionen und Ausblick

Die Entscheidung stößt auf geteilte Meinungen. Befürworter argumentieren, dass Jugendliche nicht unter politischen Sanktionen leiden sollten. Kritiker sehen darin eine vorschnelle Lockerung, solange der Krieg in der Ukraine andauert. Die FIFA betont, dass die Integrität des Wettbewerbs bei der U15-WM gewährleistet sei. Es bleibt abzuwarten, ob diese Lockerung den Weg für eine vollständige Rückkehr Russlands in den internationalen Fußball ebnet.

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