Der Weltfußballverband Fifa bleibt hart: Beim abschließenden WM-Gruppenspiel gegen Norwegen wollte die französische Nationalmannschaft der verstorbenen Mutter von Nationaltrainer Didier Deschamps (57) gedenken. Der Coach hatte die Nachricht unter der Woche erhalten, kehrte anschließend nach Frankreich zurück und verpasste dadurch die Partie gegen Norwegen.
Trauerflor abgelehnt
Als Geste der Unterstützung wollten die Frankreich-Stars mit schwarzem Trauerflor auflaufen. Die Fifa lehnte einen entsprechenden Antrag des französischen Fußballverbands (FFF) jedoch ab. Zudem war vorab eine Gedenkminute für Deschamps' Mutter angekündigt worden. Nach den schweren Erdbeben in Venezuela (mindestens 920 Tote) widmete die Fifa die Schweigeminute zumindest offiziell den Opfern der Katastrophe im südamerikanischen Staat.
Beerdigung und Vertretung
Französischen Medienberichten zufolge wurde Deschamps' Mutter am Freitag beerdigt. Der Trainer wurde beim 4:1-Sieg gegen Norwegen von seinem langjährigen Assistenten Guy Stéphan (69) vertreten. Deschamps kehrt voraussichtlich in der Nacht von Freitag auf Samstag ins französische Mannschaftslager in Boston zurück.
Bereits 2022 ähnlicher Fall
Schon bei der WM 2022 hatte die Fifa eine Trauergeste verboten. Damals wollten die Argentinier der verstorbenen Menschenrechtsaktivistin Hebe de Bonafini (†93) gedenken. Der staatliche Sender „Publica“ blendete während der Partie zwischen Holland und dem Senegal (2:0) eine Trauerschleife ein, die nach 15 Minuten allerdings verschwand. Die Erklärung des Senders: „Das öffentliche Fernsehen bringt seine Trauer über den Tod von Hebe de Bonafini zum Ausdruck. Aufgrund der Fifa-Bestimmungen darf unser Sender keine Grafiken einfügen, sodass wir die schwarze Schleife während der Spiele als Zeichen der Trauer nicht zeigen können.“ Eine knallharte Umsetzung der Regeln – mit wenig Fingerspitzengefühl.



